Die Zukunft der Arbeit
Der Arbeitskreis Zukunft der Arbeit
Seit 2006 leite ich in der Dortmunder SPD einen Arbeitskreis, der sich mit internen und externen Experten zu dem Thema Zukunft der Arbeit ausführlich Gedanken macht und nach Lösungen sucht, mehr dazu.
Das Projekt "Gute Arbeit"
Das Projekt "Gute Arbeit" nimmt darin einen zentralen Platz ein. Dieses von der SPD und den Gewerkschaften angestoßene Projekt greift die verschiedene Dimension von Arbeit auf. So dient Arbeit nicht nur dem Erhalt des Lebensunterhalts sondern er hat für viele eine große Bedeutung darüber hinaus. Ich möchte an dieser Stelle unterschiedliche Beiträge zu diesem Thema zusammenbringen, sie sind hier zu finden.
Editorial
Arbeit und Arbeitsmarkt haben sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Es gab eine lange Periode, in der die Arbeitszeit eher zurückging, der Lohn regelmäßig anstieg, die Arbeitnehmerrechte ausgebaut und die Arbeitsbedingungen sicherer und angenehmer wurden. Diese Zeiten sind längst vorbei. Es gibt eine Reihe von Schlagworten, wie Strukturwandel, Kosten der Deutschen Einheit, Globalisierung und Wachstumskrise, die in der Debatte benutzt wurden, teilweise aber auch tatsächlich unsere Arbeitsbedingungen einschneidend verändert haben.
Massenarbeitslosigkeit, stagnierende Löhne, längere Arbeitszeiten, prekäre Beschäftigungsverhältnisse und die Ausbildungsmisere sind die dominierenden Beschreibungen des deutschen Faktors Arbeit heute. Daran ändern auch Produktivitätssteigerungen, das Anwachsen der Vermögen, die Zahl der deutschen Millionäre und selbst Wachstumssteigerungen wie 2006 nichts oder zumindest nichts Entscheidendes. Denn die Entwicklung der letzten Jahre beruht neben vielen Einflüssen hauptsächlich auf der Tatsache, dass Produktivitätssteigerungen mit immer weniger menschlichen Arbeitskräften möglich sind. Massenentlassungen bei Aktienunternehmen führen sogar zu einer höheren Rentabilität, sind zu einem Markenzeichen für Wachstum und Fortschritt geworden. Lange haben nicht alle Menschen, aber doch sehr viele von den Produktivitätssteigerungen und vom Wachstum der Wirtschaft profitiert. Heute sind es immer weniger.
Viele Wirtschaftsführer und leider immer mehr Politiker und Journalisten reden uns ein, dass die erlebten Entwicklungen zwangsläufig so verlaufen sind und nur noch geringere Löhne, weniger Mitbestimmung, weniger Arbeitsnehmerrechte und mehr Arbeit uns nach vorne bringen. Dabei verschweigen sie natürlich, dass dieses nach vorne bringen in erster Linie bedeutet, das Vermögen von einigen wenigen zu steigern und die Arbeitsverhältnisse - sofern man überhaupt Arbeit hat - eher zu verschlechtern. Ein Teufelskreis, der nicht unabänderbar ist, dem aber die Linksrhetorik von einst nicht gerecht wird. Einige der oben genannten Schlagwörter wie die Globalisierung sind eben nicht nur vorgeschoben. Mit mehr Staatsinvestitionen, höheren Löhnen, gerechter verteilten Steuern, wird eben nicht automatisch alles gut. Unser System ist komplizierter geworden.
Moderne sozialdemokratische Politik muss neue Ansätze entwickeln. Sie darf dabei aber vor allem nicht in die Falle tappen und glauben, dass das kopieren von neoliberalen Thesen garniert mit sozialdemokratischem Vokabular nun die neue moderne Wirtschaftspolitik ist. Bisher kratzen die meisten Politiker nur an der Oberfläche. Eine wirklich intensive und differenzierte Diskussion über das Thema Arbeit und die Zukunft der Arbeit ist überfällig. Es ist eines der wichtigsten politischen Felder überhaupt. Wenn die Entwicklung der letzten Jahre so weiter geht, wird es zu einer Zerreißprobe unserer Gesellschaft kommen. Es muss wieder der Grundsatz gelten: "Die Wirtschaft muss dem Menschen dienen und nicht der Mensch der Wirtschaft". Ich habe die Diskussion über die Zukunft der Arbeit deshalb zu einem meiner beiden Schwerpunktthemen gemacht.


