Rechenschaftsbericht des SPD UB-Arbeitskreis „Zukunft der Arbeit“ 2008- 2009
Der seit Arbeitskreis begann 2008 seine Arbeit mit dem Beschluss auf dem Unterbezirksparteitag Januar 2008 Dortmund Stadt der guten Arbeit für alle! Wir formulierten hier unsere Anforderungen an unsere Dortmunder Politik. Es geht nicht alleine um die Schaffung von Arbeitsplätzen, sondern auch deren Qualität ist für uns von großer Bedeutung. Schon damals war der Niedriglohnsektor auch in Dortmund mehr verbreitet als wird uns das vorstellen konnten. Zu viele konnten und können von einer Vollzeitstelle nicht ausreichend leben und sind auf stattliche Transferleistungen angewiesen. Erwerbsarbeit soll nicht nur das Überleben sichern. Dies ist uns zu wenig.
„Gute Arbeit“ bedeutet für uns auch, dass Arbeit die Gesundheit und Lebensqualität fördert, dass jeder seine Fähigkeiten einbringen und weiter entwickeln kann. Sie bedeutet für uns auch, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten bis zum Rentenalter erhalten bleibt. Vielfalt und Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung ist im Interesse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu ermöglichen.
Die Qualität der Arbeitsplätze muss wieder in den Mittelpunkt rücken, denn leider hat die Qualität der Arbeit in unserem Lande in den letzten Jahren abgenommen. Humanisierung am Arbeitsplatz war noch vor 10 Jahre ein Begriff. Heute müssen wir ihn wieder zum Thema machen. Wir wissen und können wissenschaftlich belegen, dass gute Arbeitsbedingungen gute Arbeit erzeugen. Unsere Zukunft liegt in der wissensbasierten Arbeit. Die Qualität der Arbeit, der Arbeitsbeziehungen, sowie die Qualität der Produkte und der Dienstleistungen sind entscheidend für unsere Zukunft. Wir wissen inzwischen, dass prekäre Arbeit zur Innovationsverdrossenheit führt. Je schlechter die Qualität der Arbeit ist, je unsicherer die Arbeitsverhältnisse von den Beschäftigten wahrgenommen werden, um so weniger Ideen und Kreativität der Belegschaft kann für die produktive Entwicklung von Prozessen und Produkten erwartet werden. Viele Faktoren beeinflussen die „gute Arbeit“. Dazu gehören zum Beispiel Führungsstil, Informationsfluss, Betriebskultur, Arbeitszeitgestaltung, Zukunftsaussichten und die Arbeitsplatzsicherheit.
Vor diesem Hintergrund hat der Arbeitskreis seine Arbeit wieder aufgenommen. Die folgenden Veranstaltungen haben wir 2008 und 2009 durchgeführt:
11. Juni 2008: Leiharbeit in der aktuellen betrieblichen Praxis. Die rot/grüne Bundesregierung hat unter Federführung des damaligen Wirtschaftsministers, dessen Name nicht mehr genannt werden darf, das Arbeitnehmerüberlassungs-gesetz (AÜG) umfassend verändert. Im Zusammenhang mit den Personal-serviceagenturen erwartet man damals große Beschäftigungsschübe durch diese Novellierung. Heute beobachten wir in bezug auf die Leiharbeit auch Missbrauch, auch in Dortmund. Als Gast kam der 1. Bevollmächtigten Hans Jürgen Meier der IG-Metall Dortmund.
8. September 2008: Zukunft der Arbeit in Dortmund. Eingeladen war der DGB Vorsitzende des östlichen Ruhrgebietes Eberhard Weber, der das Thema Gute Arbeit näher beleuchten wird. Weiterhin gaben die Sozialforschungsstelle einen Überblick über die Ergebnisse des Forschungsberichts „Zukunft der Arbeit in Dortmund“. Während dieser Veranstaltung war zudem eine Ausstellung des DGB zum Thema Gute Arbeit zu sehen.
23. Oktober 2008: Forschungsbericht der Sozialforschungsstelle „Zukunft der Arbeit in Dortmund“ sowie Antrag zum Thema Leiharbeit.
4. Dezember 2008: Die Bankenkrise hat viel ausgelöst. Finanzkrise, Unternehmenskrise, Systemkrise. Es wurde ein Vortrag von Prof. Peter Bofinger vorgetragen, der eine Reihe von Details beleuchtet, die so wenig bekannt waren. Für den UB Parteitag Ende November wurde ein Antrag zum Thema behandelt.
29. Januar 2009: Vorbereitung Wahlkämpfe. Es wurden Vorschläge entwickelt, wie wir unsere Arbeitskreisinhalte in die bevorstehenden Wahlkämpfe einbringen können. Ergebnis war u.a. eine Argumentationskarte/ Befragungskarte zum Thema „Gute Arbeit“ sowie Ausstellungswände für die Infostände.
26. Februar 2009: Konjunkturpaket II – aus wirtschaftspolitischer Sicht Aufgrund des großen Interesses und der Bedeutung des 2. Investitionsprogramms der Bundesregierung, haben wir uns mit diesem aktuellen Konjunkturpaket und seinen möglichen Auswirkungen, sowie der wirtschaftspolitischen Entwicklung auf Bundesebene intensiver beschäftigt. Dazu führe Marco Bülow, MdB in das Konjunkturpaket ein.
2. November 2009: Analyse der Bundestagswahlen unter Bezug auf die Schwerpunkthemen "Arbeit, Beschäftigung, Wirtschaft". Gemeinsam mit Marco Bülow haben wir die politische Lage analysieren und Schlussfolgerungen für unseren Arbeitskreis gezogen.
26. November 2009: Konzept "Gutes Handwerk für NRW" mit Gerd Bollermann, MdL. Er erläuterte das von ihm mit entwickelte Konzept „Gutes Handwerk für NRW" mit der Idee eines Scheckheftes Handwerk. In diesem Zusammenhang wurden die arbeitsmarktpolitischen- und wirtschaftspolitischen Konsequenzen diskutiert.


