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Thema Leiharbeit

Die Leiharbeitsbranche boomt. 2004 waren zwar nur 1,04% aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in einem Zeitarbeitsunternehmen tätig. Rund die Hälfte aller neuen Stellen, die im vergangenen Jahr geschaffen wurden entstanden in der Leiharbeitbranche. Zwischen 1994 und 2004 hat sich die Zahl der Leiharbeiter somit fast verdreifacht. Auf der Liste der Unternehmen, die 2006

die meisten Jobs schufen, belegen Zeitarbeitsfirmen vier der fünf Spitzenplätze. In Dortmund stieg die Zahl der Leiharbeitnehmer von 2433 (Jahr 2003) Personen auf 3334 (Jahr 2005) Personen an. Erste Studien weisen daraufhin, dass es eine Tendenz gibt, dass manche Arbeitgeber durch Leiharbeit bestehende Jobs in einer Firma ersetzen. In manchen Betrieben liegt der Anteil der Leiharbeiter mittlerweile bei über einem Drittel der Beschäftigten.

Gleichzeitig zeichnet sich die Entwicklung einer zweiklassen Arbeitnehmerschaft ab: die Vollzeitbeschäftigten mit einem existenzsicherndem Einkommen und die Leiharbeiter, mit äußerst geringen Verdienst und ständig, wechselnden Arbeitgebern.

So verdienten 2004 Hilfskräfte pro Arbeitsstunde im Schnitt 3 ? weniger, wenn sie von einer Leiharbeitsfirma kamen, als Normalbeschäftigte. Bei Facharbeitern betrug die Differenz 2?. Besonders Einstiegentgelte der untersten Lohngruppen sind kaum existenzsichernd.

Vor einigen Jahren wurde das sogenannte Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) mit der Begründung geändert, dass über Leiharbeit Langzeitarbeitslosen ein Wiedereinstieg ins Berufsleben ermöglicht werden könne. Studien zeigen jedoch dass dieser Effekt nicht eingetreten ist.

Angesicht einer Entwicklung zu einer Zweiklassengesellschaft und fehlenden positiven Effekten gehört das AÜG wieder auf den Prüfstand.

Weitere Informationen finden Sie dazu im Bereich Hintergründe.