Klima & Wald

Marco Bülow zum Weltklimagipfel in Doha: Internationale Klimapolitik kläglich gescheitert. Was muss nun passieren?

Wir organisieren Weltklimagipfel nach Weltklimagipfel. Doch jedes Jahr enden die Klimakonferenzen ohne wirkliche Ergebnisse, während der Klimawandel beschleunigt voranschreitet. Auch Doha (Katar) war wieder eine Enttäuschung, obwohl mittlerweile nicht mal mehr die Optimisten noch große Erwartungen gehabt hatten. Allein, dass in Doha rumgetrickst werden musste, um überhaupt ein Ergebnis vorweisen zu können, zeigt doch, dass die Weltklimagipfel in ihrer bisherigen Form keine Zukunft mehr haben.

Antrag von SPD und Grünen zur Klimakonferenz in Doha

Zur 18. UN-Klimakonferenz statt in Doha, Katar haben wir gemeinsam mit den Grünen einen Antrag in den Bundestag eingebracht. Damit fordern wir die Bundesregierung unter anderem auf, den Kampf gegen den Klimawandel wieder zum wichtigen Anliegen der deutschen Politik zu machen, sich für ein verbindliches Klimaregime unter dem Dach der Vereinten Nationen und dafür, dass der internationale Waldschutz durch verlässliche und langfristige Finanzierungszusagen gestärkt wird, einzusetzen.

Nichtnutzung von Ressourcen schafft Probleme: der Fall Yasuni

Probleme der Umwelt sind in der Regel die Folge der Nutzung von Ressourcen. Nun gibt es aber auch den Fall, dass die beabsichtigte Nichtnutzung zu Problemen führt. Der Fall des Yasuni Nationalparks in Ecuador ist ein schwieriger und zugleich symptomatischer Fall.

SPD-Antrag zur Klimakonferenz in Durban

Beim Klimaschutz ist Deutschland nach mangelnder Vorreiterrolle in den vergangenen Jahren jetzt explizit zum europäischen Bremser und zur Belastung geworden. Wer sich nicht zur 30-prozentigen Reduktion in der EU durchringen kann, während andere Länder diese fordern, wer das EU-Effizienzziel von 20 Prozent torpediert, während andere dafür einstehen, der hat sich vom Vorreiter zum Bremsklotz entwickelt. Auf der Klimakonferenz in Durban, Südafrika (28.11.-09.12.2011) wäre es notwendig gewesen nach den Misserfolgen der letzten Jahre nun ein völkerrechtlich verbindliches Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll zu verabschieden. In unserem Antrag „Die Klimakonferenz in Durban zum Erfolg führen - Kyoto-Protokoll verlängern, Klimaschutz finanzieren und Cancún-Beschlüsse umsetzen“ haben wir die Bundesregierung aufgefordert alles dafür zu tun, dass ein solches Abkommen zustande kommt, mit dem es gelingt die Erderwärmung auf 2 Grad zu begrenzen.

Yasuni: Das Paradies auf Erden

Der Regenwald im Yasuní-Nationalpark in Ecuador ist einer der artenreichsten Lebensräume der Erde. Da unter dem Paradies jedoch beträchtliche Mengen an Erdöl lagern, ist es von der Abholzung bedroht. Zur Lösung dieses Problems gibt es einen beispiellosen Vorstoß der ecuadorianischen Regierung – die sogenannte ITT-Initiative. Die Idee: Ecuador schützt Yasuní und verzichtet auf die Hälfte des Profits der Ölverkäufe. Die andere Hälfte soll die internationale Gemeinschaft in einen Fonds einzahlen. Der Wald bleibt, das Öl auch. Unter der ehemaligen Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat Deutschland Zahlungen in den Fonds in Aussicht gestellt. Seit der Übernahme des Ministeriums durch den FDP-Mann Dirk Niebel werden diese Zahlungen jedoch verweigert und damit riskiert, dass die Initiative insgesamt scheitert.

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