Kultur in Dortmund
"Das Beste am Wein, ist das Bier danach!", dieser Ausspruch wird einem bekannten Dortmunder Politiker während eines Weinfestes nachgesagt. Das Beste an der Kultur im Ruhrgebiet und vor allem in Dortmund ist ihre Vielschichtigkeit und die Bodenständigkeit und Offenheit, mit der die Menschen ihr begegnen.
Die Dortmunder Kulturlandschaft ist geprägt von der Beschäftigung mit der Industriegeschichte dieser Stadt und dieser Region. Die Kokerei Hansa oder die Zeche Zollern sind als "begehbare Großskulpturen" Denkmäler einer Zeit, in der das Gesicht des Ruhrgebiets noch von Kohlenstaub und Montanindustrie gezeichnet war. Andere frühere Produktionsstätten wie das "Dortmunder U" werden umgewidmet und als Museum und Ort der Kreativität genutzt.
Doch auch neben der Industriekultur ist Dortmund eine kulturell interessante Stadt. Der überregional bekannte Jazz-Club Domicil hat hier ebenso sein zu Hause wie die "Philharmonie für Westfalen" und eine breite freie Szene von Kulturschaffenden.
Im Folgenden möchte ich Ihnen einen kleinen Überblick geben.
Museen
Museum am Ostwall
Das MO ist das Dortmunder Museum für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Aus der eigenen Sammlung werden Werke unter dem Titel "Sammlung in Bewegung. Neue Räume" in wechselnden Ausstellungen präsentiert.
Zur Kulturhaupstadt 2010 wird das MO in das "Dortmunder U", eine frühere Brauerei, umziehen.
Borusseum
In Dortmund bekommt die schönste Nebensache der Welt sein eigenes Museum. Am 15. September 2008 soll das "Borusseum" eröffnet werden und Einblick in die Geschichte des Dortmunder Fußballvereins Borussia Dortmund geben.
Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Die Sammlung des MKK umfasst Werke der Ur- und Frühgeschichte bis hin zum 20. Jahrhundert. Seine Räumlichkeiten werden häufig auch zur Präsentation überregional bedeutender Kunst- und Kulturausstellungen verwendet.
Hoesch-Museum, Kokerei Hansa und Zeche Zollern
Einen bedeutenden Teil der Dortmunder Kulturlandschaft stellt die Industriegeschichte dar. An vielen Orten versucht man das, was die Arbeits- und Lebenswelt im Ruhrgebiet über Jahre und Jahrzehnte ausgemacht hat, wieder erfahrbar zu machen. Frühere Hochöfen, Fördertürme oder Koksereien stehen heute den Besuchern offen und lassen sie in eine vergangene Welt eintauchen.
Musik
Konzerthaus
"Die Philharmonie für Westfalen" ist ein kürzlich erbauter, hochmoderner Konzertsaal, der 1500 Gästen die Möglichkeit zum Genuss meist klassischer Musik bietet. Seine Akustik ist von internationaler Klasse. Neben klassischer Konzertorchestern stehen aber auch junge Pop-Bands auf der Bühne.
Oper
Die Dortmunder Oper feierte im Jahre 1904 mit Wagners Tannhäuser seine Eröffnung. Das heutige Opernhaus am Platz der alten Synagoge bietet etwa 1200 Zuschauern Platz. Im Opernhaus ist ebenfalls das Dortmunder Ballettensemble beheimatet. Im Mai 2008 wurde in unmittelbarer Nähe eine Kinderoper für 100 junge Zuschauer eingeweiht.
FZW
Vom Jugendzentrum zur Dortmunder Top-Adresse innovativer Jugend-, Rock- und Popkultur. Schon Green-Day, Liquido und Fettes Brot spielten hier. Das Freizeit-Zentrum-West ist ein angesagter Ort des Dortmunder Nachtlebens. Auf Grund seiner Popularität wird bald in größere Räumlichkeiten in der Nähe des Dortmunder U-Turms umziehen.
Domicil
Das Domicil, gelegen im wiederbelebten Kultur- und Nightlife - Quartier "Brückstraßenviertel", hat sich binnen weniger Wochen zum herausragenden Szene- und Live-Music-Treff der Region entwickelt. Die stimmungsvollen Räumlichkeiten mit wieder hervorgezaubertem fünfziger Jahre-Charme machen den Konzertbesuch zu einem besonderen Erlebnis. Das Domicil bietet ein pralles Programm mit Jazz/World Music/Avantgarde sowie mit Gastspielen aus verschiedenen Kunstsparten. Nicht verwunderlich ist, dass das amerikanische Fachmagazin "down beat" bereits das "alte" Domicil zu einem der 100 besten Orte weltweit zählt, um Jazz zu hören!
Theater
Olpketal
Das Theater Olketal ist die Bühne des Dortmunder Ruhrpott-Kabarettisten Günna. Hier analysiert er jedes Wochenende, was die Welt im innersten zusammenhält. "Kurze Wege im Mittelfeld", so lautet "Günnas" kurze, knappe und unterhaltende Programmformel. Spontane Texte, Stehgreifanalysen, Kalauer und aktuelle Kommentare mit Biss und Humor stehen dabei im Vordergrund. Die ersten TV- und Hörfunkerfahrungen sammelte er als Autor und Puppenspieler unter anderem im Kinderprogramm Sesamstraße oder Traumversand Bommel. Das Intermezzo als Stadionsprecher der Borussia im Dortmunder Westfalenstadion katapultierte "Günna" in kürzester Zeit in die Fussball-Bundesliga, wo er sich zum selbsternannten "Bedarfsexperten" mauserte. "Günna" kennt fast alle Gerüchte, ist immer gut informiert und biegt sich auch schon mal wie jeder ordentliche Reporter die Tatsachen nach dem "Was-ich-nicht-weiß-erfinde-ich"-Prinzip zurecht.
Theater Fletch Bizzel
Das Ensemble Fletch Bizzel wurde 1979 gegründet und gehört damit zu den ältesten freien Theatergruppen im deutschsprachigen Raum. Viele bekannte Theatermacher haben im Fletch Bizzel den Grundstein für ihre Zukunft legen können und fanden hier das Umfeld, in dem sie ihre Visionen verwirklichten. Stets wiederkehrende Veranstaltungsreihen haben sich im Laufe der Jahre durchgesetzt, ja etabliert. Dazu zählen Veranstaltungen wie der "Geierabend" (seit 1992), die Präsentation freier Dortmunder Theatergruppen (seit 1985), "Les- Art" der Dortmunder Literaturszene, das "Sommerkabarett" (seit 1986), Schultheater Festival, "Theaterzwang" das Festival freier Theater NRW (seit 1985), die Dortmunder DEW-Theaternacht, scene:in nrw, Internationale Kulturtage der Stadt Dortmund und Ausstellungen mit bildenden Künstlern aus dem In- und Ausland und vieles mehr.
Theater Dortmund
Das Theater Dortmund ist mit 500 Mitarbeitern eines der größten Theater Deutschlands. In den verschiedenen Spielorten des Schauspielhauses (dem kleinen Studio, dem großen Theatersaal oder dem ausgelagerten Kinder- und Jugendtheater) finden bis zu 600 Personen Platz.
Anderes
Café Corso
Seit 1988 werden auf der Bühne des Café Corso regelmäßig Veranstaltungen aus den Bereichen Theater, Kleinkunst, Kindertheater und Musik durchgeführt. Seit Beginn der Arbeit hat das Stadtteilzentrum eine Vielzahl von Projekten durchgeführt, durch die die Teilnehmenden über die Zusammenarbeit mit KünstlerInnen aus verschiedenen Bereichen Gelegenheit hatten, ihre eigenen Talente und Interessen zu entdecken oder Erfahrungen im Umgang mit ihrer eigenen Kreativität zu sammeln. Als weitere Vereine arbeiten das KOBI mit einem umfassenden Kurs- und Bildungsangebot schwerpunktmäßig im Haus Adlerstraße 83 und die "Brücke", die mit straffällig gewordenen Jugendlichen arbeitet sowie Täter- Opfer- Ausgleiche durchführt, im Haus Adlerstraße 81.


