Bundesweiter Vorlesetag November 2010
Seit 2004 veranstalten die Stiftung Lesen und DIE ZEIT gemeinsam den bundesweiten Vorlesetag jeweils Ende November eines Jahres. Auf meine Initiative hin beteiligen sich an diesem Tag regelmäßig in Dortmund viele Bürgerinnen und Bürger sowie einige Prominente. Diese vermittele ich an die Dortmunder Grundschulen, die Interesse haben, sich an dieser Aktion zu beteiligen. Zu den Vorlesern gehörten unter anderem der Dortmunder Kabarettist Bruno Knust, die BVB-Legende Norbert Dickel und der Direktor des Schauspielhauses Kay Voges sowie Thomas Treß, Ernst Otto Sommerer und Gunter Niermann.
Mit dieser überparteilichen Aktion wird auf die Tatsache reagiert, dass nur noch in einem Drittel aller Haushalte mit Kindern von 0 bis 10 Jahren vorgelesen wird. Durch den bundesweiten Vorlesetag soll die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf die große Bedeutung des Vorlesens als Grundlage für Bildungsfähigkeit gelenkt werden. Weitere Information finden Sie unter www.vorlesetag.de
Einige Berichte der Vorleser habe ich im folgenden einmal gesammelt. Sollten Sie selber Interesse haben, an einem Vorlesetag teilzunehmen, so können Sie sich gerne in meinem Bürgerbüro melden:
Thomas Treß, Norbert Dickel:
(BVB-Geschäftsführer, BVB-Stadion-Sprecher)
Eine Unterrichtsstunde in Schwarzgelb erlebten am Freitagmorgen 24 Jungen und Mädchen aus der Klasse 3c der Holte Grundschule in Dortmund Lütgendortmund. Im Rahmen des diesjährigen bundesweiten Vorlesetages empfingen sie Besuch vom BVB.
Geschäftsführer Thomas Treß und Stadionsprecher Norbert Dickel wurden zunächst von allen Schülern und Lehrern in der Aula mit Gesängen begeistert begrüßt. Anschließend lasen beide aus dem Kinderbuch "Tom und der Zauberfußball" von Ulla Klopp vor. Die Frau des BVB-Trainers erzählt in diesem Buch die abenteuerliche Geschichte von Tom, der mit Hilfe eines magischen Balles ein Fußballstar werden will und alle Kinder der Welt zu einer Fußballmannschaft zusammenführt.
Im Anschluss an die Lesestunde gaben beide Vertreter des BVB eifrig Autogramme und verschenkten an alle Kinder die diesjährigen BVB-Schokoladen-Nikoläuse. Geschäftsführer Thomas Treß zeigte sich begeistert von dem herzlichen Empfang, der ihm in der schwarzgelb geschmückten Schule von den Kindern bereitet wurde. "Es hat uns viel Spaß gemacht, den Kindern vorlesen zu dürfen. Borussia Dortmund ist eben viel mehr als nur Fußball", sagte der Geschäftsführer.
Dietrich Hellmann:
(Journalist, Radiomoderator)
„Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe erlebt wie auch "wilde" Kinder ruhig und aufmerksam werden. Zu beginn waren sie laut und erzählten von Waffen, Bomben und Kung Fu und kämpften sich durch die klasse, als ich sie aber direkt angesprochen habe wurde sie ruhiger und als die Geschichte langsam in eine andere Welt führte waren sie "handzahm". Das Buch war von Ursula Wölfel und hieß "Fliegender Stern".
Gunter Niermann:
(Geschäftsführer des Paritätischen Dortmund)
„Mir hat der ´Leseeinsatz´ in der Kerschensteiner Grundsschule viel Spaß gemacht. Frau Runggas und Ihr Team haben für adventliche Atmosphäre gesorgt. Vor und zwischen den Geschichten wurde gesungen und die Kinder haben sehr gespannt und interessiert zugehört. Insofern war es für die Kinder hoffentlich ein schönes Erlebnis!“
Nadja Lüders:
(Dortmunder Landtagsabgeordnete)
„Die Emschertal Grundschule in Sölde hat mich nach der Doppelstunde quasi bereits jetzt für die nächsten Jahre gebucht....Die Kinder der 4 a und 4 b waren toll - gespannt lauschten sie der Geschichte, in der es aber Prahlerei und Notlügen ging. Nach kurzer Pause und einigem Zögern, erzählten die Kinder dann freiwillig über ihre Notlügen und Prahlereien und dass das ja eigentlich nicht wirklich toll sei, sich so zu verhalten...Anschließend haben sie mir noch jede Menge Fragen gestellt, was ich denn so als Landtagsabgeordnete mache. Als ich dann erzählte, dass wir u. a. für die Schulen im Land zuständig sind, hatten sie natürlich die Bitte an mich, ich solle die Ferien verlängern. Immerhin haben sie nicht gefordert, die Schule abzuschaffen!“
Ernst Otto Sommerer:
(Leiter Fachbereich Statistik - Stadt Dortmund)
„Morgens zum 8:30 h - angetreten zum Vorlesen auf ungewohntem Terrain, den die eigenen Töchter sind aus dem Grundschul-Alter schon lange heraus, versuchen sich im Beruf bzw. studieren. Ich hatte das Märchen vom Fischer und seiner Frau ausgewählt, weil man über verschiedene einfache Deutungen sprechen kann und die häufige Wiederholung der magischen Worte die Kinder zum Mitmachen animiert. So war es auch. Die Hälfte stammte aus türkischen Familien, und so war die Frage, was ein Papst sei darum wohl zwingend notwendig: und wieder ein Lerneffekt. Es war eine tolle Klasse, die frei und fröhlich mitmachte, die ich jedoch in der abschließenden "Zugabe" mit der legendären Kolumne "Gibt es einen Weihnachtsmann?" aus der New York Sun etwas überfordert hatte - alle, ohne Blick auf die Herkunft. Das war nicht schlimm, denn ich ging mit dem Eindruck, dass in dieser kleinen Welt das Wort "Integration" gelebt wurde. Dieser Eindruck überwog alles und wir alle hatten etwas gewonnen.“
Martin Grohmann:
(Dortmunder Ratsvertreter)
"Erwartungsvolle Spannung lag in der Luft des Klassenzimmers der Klasse 4 von der Lieberfeld Grundschule in Dortmund Wellinghofen, als ich im Rahmen des bundesweiten Vorlesetages am Freitag Morgen die Klasse auf Einladung der Klassenlehrerin Ulrike Meier besuchte. Geschichten aus dem Buch "Der kleine Ritter Trenk" hatte sich die Klasse zum Vorlesen gewünscht, weil in Unterricht zur Zeit das Thema Mittelalter durchgenommen wird. Dieses Thema nahm ich gern auf, indem ich zuerst einmal fragte, wo denn in Dortmund noch Spuren aus dem Mittelalter zu entdecken sind. Die Schülerinnen und Schüler zeigten in ihren Antworten, dass Sie hier sehr "mittelalterkompetent" sind. So sprach man über die Hörder Burg, den Adlerturm, die Kirchen in der City sowie über Hohensyburg. Nachdem die Klasse mir gespannt beim Vorlesen lauschte, lud ich die Klasse für das kommende Frühjahr zu einer historischen Führung nach Hohensyburg mit Besichtigung der alten Kirche und der Syburger Burgruine ein. Ein Ausflug, auf den sich die Klasse und Klassenlehrerin Ulrike Meier schon heute freuen."
Stefan Biermann:
(Bürger)
„Spätestens als ich mein Buch der Klassenlehrerin am Ende meiner Lesung übergab, wusste ich, dass ich einen guten Teil zum Vorlesetag beigetragen hatte. Die Kinder der Friedensschule in Dortmund-Germania erwarteten mich mit Vorfreude in der schön geschmückten Klasse und hörten eine halbe Stunde gespannt zu, wie ich einen Auszug aus Scott O’Dells „Insel der blauen Delphine“ las. Da nun alle das Ende des Buches hören wollten, schenkte ich der Klasse 4c das Buch und die Klassenlehrerin versprach, bei der nächsten Gelegenheit dort weiterzulesen, wo ich aufgehört hatte. Dass Vorlesen nicht mehr zum Alltag der Kinder gehört, merkte ich, als mich im Anschluss ein Junge schüchtern fragte: „Wann liest du uns wieder etwas vor?“.


