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Lesetipp März 2007

John Steinbeck: Von Mäusen und Menschen (dtv / 112 S.)

Mein Tipp für den März ist der kurze Roman ?Von Mäusen und Menschen? von John Steinbeck. Der kalifornische Autor deutscher Abstammung hat zahlreiche Romane und Erzählungen veröffentlicht und wurde für seine Leistung 1962 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. SteinbeckŽs Roman ?Von Mäusen und Menschen? wurde erfolgreich verfilmt und gilt als moderner Klassiker.


Es gibt viele gute Autoren und noch mehr unterhaltsame Romane. Man liest eines dieser Bücher mit wohlwollender Aufmerksamkeit, legt es zur Seite und empfiehlt es eventuell noch einem seiner Freunde. Doch nur selten liest man ein Buch, das einen wirklich begeistert oder tief beeindruckt. ?Von Mäusen und Menschen? von John Steinbeck ist für mich so ein seltenes Werk. Auf nur gut 110 Seiten erzählt der Autor eine traurig-schöne Tragödie die einen nachhaltig berührt. So knapp wie gewaltig ist die Story. Kurz und eindringlich trommeln sich die Sätze ins Bewusstsein des Lesers. Steinbeck ist ohne Frage ein Künstler des Wortes. Seine Hauptfiguren bekommen schnell feingezeichnete Charakterzüge, seine Handlung erhält zügig eine fühlbare Stimmung. Ganz Nebenbei wird die Landschaft, die Umgebung in lebendigen Farben und Formen gegossen, so dass sie die perfekte Kulisse für die Handlung bilden. Über die Handlung brauch gar nicht viel berichtet werden, weil sie wegen der ausgeprägten Kunstfertigkeit SteinbeckŽs wahrscheinlich auch im trivialen Gewand glänzen würde. Doch ist die Geschichte von den zwei Landarbeitern Lennie und George alles andere als eine notwendige Nebensächlichkeit. Nicht einmal das Bedauern darüber, dass der Roman schnell durchgelesen ist, verwässert den erlesenen ?Steinbeck-Wein? ? denn nur so viel in wenigen Sätzen auszudrücken, macht aus einem guten Autor einen echten Künstler.