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Lesetipp Februar 2008

Der zweite Monat des Jahres könnte genutzt werden, um ein unterhaltsames Sachbuch zu lesen. Zu empfehlen wäre von Volker Weidermann: ?Lichtjahre? (btb/ 313S.). Der 1969 geborene Politikwissenschaftler und Germanist ist Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagzeitung.

Ich habe mich diesem Buch mit Neugier, aber auch mit Zaudern und Respekt genähert. Der Untertitel verspricht eine kurze Geschichte der deutschen Literatur von 1945 bis heute ? also hoffte ich mehr über deutsche Autoren und ihre Bücher zu erfahren. Doch die Erfahrung mit solchen Büchern zeigt, dass der Lerneffekt häufig mit drögem Durcharbeiten verbunden ist.  Dies gilt für die ?Lichtjahre? sicherlich nicht. Im Gegenteil, Weidermann ist eine wunderbar unterhaltsame Geschichte gelungen. Mutig subjektiv und offen nähert er sich den Autoren und ihren Werken. Mit Sprachwitz und griffigen Formulierungen verschafft er dem Leser einen Eindruck vom Leben, Leiden und Arbeiten der deutschen Schriftsteller. Besonders herauszuheben ist sein Nachwort. Ein würdiger Schluss, rührend und schön.

Der Bogen reicht von den Exilliteraten über die Gruppe 47 bis hin zu jungen Gegenwartsschriftstellern. Bekannte, berühmte, aber auch nahezu vergessene Autoren und Dichter werden herausgestellt oder wieder in Erinnerung gebracht.  Es ist die ganz persönliche Perspektive von Weidermann, seine Geschichte der Literatur, und deshalb wird und darf sie jeder anders beurteilen. Gerade weil man Weidermann nicht immer folgen möchte, ist es spannend sich an seinen Aussagen zu reiben, über sie zu schmunzeln oder zu staunen. Mir hat dieses Buch Vergnügen bereitet und ich habe viele (für mich) neue Autoren entdeckt. Mein Appetit auf Bücher verschiedener deutscher Autoren unterschiedlichen Alters ist geweckt worden.