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Lesetipp März 08

Nach einem Sachbuch über die deutsche Literatur, möchte ich für den März einen neuen Roman eines deutschen Schriftstellers vorstellen, der es verdient hätte, in zukünftigen Rückschauen erwähnt zu werden.  Es handelt sich dabei um das Buch von Ulrich Peltzer: ?Teil der Lösung? (Ammann / 456 S.).

?Teil der Lösung? ist ein deutsches Hauptstadt-Roadmovie, hart, direkt, spannend und politisch. An manchen Stellen wird die Story fast zu rasant, springt ohne Übergänge in verschiedene Teilgeschichten. Sie verwirrt und elektrisiert. Erst nach einiger Zeit kristallisiert sich aus verschiedenen Erzählfäden ein zentraler Handlungsstrang. Vor allem die Beziehung zwischen einer Studentin und einem Journalisten gerät zunehmend in den Mittelpunkt. Doch es geht um mehr als um dieses Aufeinandertreffen. Es geht um Aktivisten, die sich gegen die zunehmende, alles umfassende Überwachung zur Wehr setzen, um die Recherche über die roten Brigaden, aber vor allem um das Leben von Hauptstädtern, die nach dem Studium und einigen Berufsjahren in der Mitte des Lebens ankommen. 

Peltzer fordert den Leser, er zieht ihn in seinen Roman, ohne ihn zu umschmeicheln. Jenseits des Mainstreams und der seichten Unterhaltung zeigt der Autor, zu was die deutsche Sprache auch im modernen Roman in der Lage ist. Peltzer reiht sich neben Juli Zeh und Christoph Hein in eine Reihe von hiesigen Autoren mit hohem Niveau, die nicht in Schablonen schreiben und dennoch erfolgreich sind. Weil dies immer noch möglich ist, gibt es Hoffnung für die Zukunft der deutschen Literatur.