Katerstimmung

Tagebucheintrag 17.Januar 2003 (ICE Berlin-Dortmund)

Noch nie hab ich mich so sehr auf zu Hause gefreut, wie an diesem Freitag. Obwohl erst eine Sitzungswoche in diesem Jahr vorbei ist, fühle ich mich total gerädert. Schuld daran ist sicherlich meine lästige Grippe, die schon fast beseitigt war, seit gestern aber wieder voll zuschlägt. Hinzu kommt der Lärm meiner Nachbarn, die nun schon 3 Tage lang bis 2 Uhr nachts umziehen. Bei solchen Dingen habe ich eine hohe Toleranzgrenze, aber letzte Nacht wurde sie doch überschritten. Nach meiner Beschwerde war es dann auch wirklich vier Stunden halbwegs ruhig im Haus. Eigentlich ist es eine schöne Wohnung, aber ruhige Erholung war mir dort bisher in keiner der Sitzungswochen gegeben. Jetzt aber Schluss mit der Jammerei, davon höre ich im Bundestag von der Opposition schon genug.
Ansonsten habe ich die Woche neben der alltäglichen Parlamentsarbeit damit verbracht, die ganze Post, Mails und die Materialien der letzten drei Wochen aufzuarbeiten. Ich kann wirklich von Glück sagen, dass die Zusammenarbeit im Berliner Büro so gut klappt und wir zusammen den immensen Materialberg einigermaßen in den Griff bekommen (allein 50-60 Mails jeden Tag). Nächste Woche zieht dann auch mein Dortmunder Büro an seinen hoffentlich endgültigen Standort. Wenn dieser Umzug bewältigt ist und dann auch die Wahlkreisarbeit richtig ins Laufen kommt, ist das Team Bülow für die Legislatur endgültig gewappnet.
Ein erster Meilenstein meiner Bundestagsarbeit findet in genau zwei Wochen (Freitag, 31. Januar 2003) statt. Meine erste Rede steht auf dem Plan. Etwas mulmig ist mir schon zu Mute. Ich rede zum Gesetz über Erneuerbare Energien, ein sehr wichtiges Thema, zu einer Zeit (ca. 9.00 Uhr), wo erfahrungsgemäß recht viele Abgeordnete und auch der Minister zugegen sein werden. Das wird bestimmt aufregend sein. Aber ich habe die ganze Zeit schon darauf gewartet, endlich im Parlament zu reden. Ich freue mich schon darauf.