Vor dem Endspurt

Tagebucheintrag 17. Juni 2003 (ICE Dortmund-Berlin)

Diesmal trägt mich der ICE zu Sondersitzungen des Bundestages. Die Feierstunde zum 17. Juni 1953, die Gesundheitsreform und die Gewalt im Kongo stehen auf der Tagesordnung. Noch immer ringt die Fraktion um eine eigene Mehrheit. Dann geht es noch einmal in den Wahlkreis, bevor der Endspurt vor der Sommerpause beginnt. Zwei Sitzungswochen in Folge, dann noch einmal eine Sondersitzung. Berlin hat dann Pause, die meisten Abgeordneten aber noch lange nicht. Ich habe mit meinen Mitarbeitern eine mehrtägige Klausurtagung geplant. Im Juli ist dann im Wahlkreis noch einmal richtig viel zu tun, was kurz vor den Sommerferien eher der Normalität entspricht.
Dafür konnte ich in den letzten Tagen etwas durchatmen. Neben den politischen Terminen vor Ort hatte ich endlich etwas Gelegenheit, einige liegen gebliebene Dinge zu erledigen: Keller entrümpeln, Zimmer aufräumen, einige Gedanken zu Papier bringen, mal wieder mehr als drei Worte mit den Eltern und meiner Großmutter reden. Pfingstmontag war ich sogar wandern und meinen Geburtstag am letzten Samstag habe ich mir ebenfalls freigeschaufelt. In den letzten Jahren habe ich meinen Geburtstag immer mit der Partei verbracht. Jetzt sollte meine Familie endlich zum Zug kommen. In NRW war an meinem Geburtstag auch der Landesparteitag. Nicht gerade unwichtig, steht doch die Rot-Grüne Koalition auf dem Spiel. Für mich sind die Rot-Gelben Träumereien jedoch keine Alternative. Außerdem befürchte ich nach einem Koalitionswechsel in NRW noch stärkeren Druck auf Rot-Grün im Bund, was wir jetzt nun wahrlich nicht gebrauchen können. Ich hatte aber meiner Frau versprochen, den ganzen Tag nicht von Politik zu reden. Nicht an Politik zu denken, hat allerdings nicht ganz geklappt.