Auf ein Neues

Tagebucheintrag 12. Januar 2004 (ICE Dortmund-Berlin)

Ich bin auf dem Weg zur ersten Sitzungswoche des Jahres. Natürlich geht es gleich wieder zur Sache. Die Energiepolitik wird zumindest im ersten Halbjahr zu einem der wichtigsten Themen. Vor allem in meinem Zuständigkeitsbereich wird viel passieren. Die Novellierung des "Erneuerbaren Energien Gesetzes" und die "Weltkonferenz der Erneuerbaren Energien" in Bonn stehen ganz oben auf der Liste. Gleich diese Woche sind viele Sondertermine dazu angesetzt und im Plenum darf ich mal wieder in die Bütt.
Ich habe mich gut erholt und freue mich auf die kommenden Herausforderungen. Im Magen liegt mir allerdings schon wieder die öffentliche Diskussion zur Bildungspolitik. In dem Innovationspapier der SPD steht eine Reihe von notwendigen und richtigen Überlegungen, die fast alle unter den Tisch fallen. Stattdessen stürzt sich alles auf die Elite-Uni. Klar, dass dabei vielen die Hutschnur hochgeht. Erst recht denjenigen, die wissen, wie die Realität an den Unis häufig aussieht. Die Vorlesungssäle sind überfüllt, die neue Fachliteratur fehlt, Studiengebühren führen zu weiteren Arbeitszeiten neben der Uni. Da trifft die Diskussion um Eliteförderung nicht gerade auf Verständnis. Allerdings wird die Bildungspolitik in den Mittelpunkt der politischen Auseinandersetzung gerückt. Die Debatte darf sich allerdings nicht in Detaildiskussionen verheddern. Eine große Reform ist jedenfalls längst überfällig. Eine gute Bildungspolitik ist einer der wichtigsten Faktoren des zukünftigen Wirtschaftsstandortes. Bildungspolitik ist aber auch Sozialpolitik. Ein Thema, das uns alle angeht und nicht nur von einigen Fachleuten diskutiert werden sollte.