Das notwendige Erwachen

Tagebucheintrag 3. Juli 2004 (ICE Berlin-Dortmund)

 

Null-Bock-Generation, Generation Golf, Spaß-Generation – dies sind Etiketten für Phänomene von gestern. Viele Jugendliche wenden sich von den Organisationen alten Stils ab. Parteien, Gewerkschaften und Vereinen geht der Nachwuchs aus. Manche Jüngere sind unpolitisch, anderen stinkt die Art und Weise der Politik und einige engagieren sich in ganz anderen Formen fernab des Establishments. Alle haben jedoch noch viele Jahrzehnte ihres Lebens vor sich.

Vor der jüngeren Generation türmen sich viele Probleme und Herausforderungen auf, die ihnen teilweise ungelöst übergeben werden. Es ist deshalb wichtig, sich mit dem Themen der Generationengerechtigkeit ernsthaft und intensiv auseinanderzusetzen. Es gibt viele Chancen, die nicht erkannt oder bisher nicht ergriffen wurden. Vor allem junge Menschen brauchen eine positive Perspektive, um mit Zuversicht die Zukunft anzugehen. Dazu müssen wir uns bewegen. Es müssen Konflikte ausgefochten werden: Gegen den Teil der Älteren, die nicht bereit sind, an die nachfolgenden Generationen zu denken, aber auch gegen die Jüngeren, die aus Karrieregründen bereitwillig die planierten Pfade der Mächtigen beschreiten. Und der Kampf muss gegen die Bequemlichkeit geführt werden, die viele in Unwissenheit hält.

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen von heute sind nicht sprachlos, aber sie ahnen zum Teil nicht, welche Chance sie haben, mit zu gestalten, zu verändern. Sie besitzen mehr Kraft, als sie sich bisher zutrauen und ihnen täglich suggeriert wird. Will die kommende Generation sich und ihren Kindern gute Lebensverhältnisse bewahren, dann muss sie jetzt damit beginnen, einen Einstellungswechsel mit zu gestalten.

Dabei ist es egal, in welchen Bereichen der Einzelne aktiv wird. Wer eine Partei für zu behäbig hält, hat viele andere Mitwirkungsmöglichkeiten. Er kann aber auch versuchen, die Partei von innen heraus zu verändern. Wichtig ist, das Engagement des anderen zu respektieren und seine eigene Verantwortung zu erkennen. Es wird Zeit für ein neues Denken, es wird Zeit für die erste Generation Zukunft.