Der Kopf ist frei

Tagebucheintrag 4. September 2004 (ICE Berlin-Dortmund)

 

Nach mehreren Wochen ohne Sitzungswochen geht es jetzt langsam wieder los. Zunächst steht aber erstmal die Klausurtagung der Fraktion an. Obwohl die Sommerpause wegen meines Umzugs und des Kommunalwahlkampfes doch recht verkürzt war, fühle ich mich gut und entspannt. Endlich habe ich den Kopf wieder frei bekommen und konnte mal völlig abschalten. Keine Zeitung, keine Nachrichten, keine Termine, keine mitgenommene Arbeit. So ließ sich auch das recht schlechte Wetter in Nord-Holland ganz gut ertragen.
Nun fahre ich dem Stapel voller Ordner entgegen und hoffe, dass sich die Kollegen auch ein wenig erholen konnten. Hartz IV wird und muss uns noch eine Menge abverlangen. Zudem steigen wir mit einer Haushaltswoche ein. Eigentlich freue ich mich, aber trotz der nicht besonders guten Stimmung auf die Parlamentsarbeit. Unglücklich ist allerdings, dass von den letzten drei Wochen vor der Kommunalwahl zwei Sitzungswochen stattfinden und ich so nur wenig vor Ort sein kann. Einige Genossen haben dann immer den Eindruck, man würde zu wenig im Wahlkampf helfen. Nicht nur Genossen, auch viele Bürger sehen leider nur die Arbeit die im Wahlkreis stattfindet und da meistens auch nur die in ihrem jeweiligen Ortsteil.
Es muss mir besser gelingen deutlich zu machen, wie viel ich an der Basis unterwegs bin und wie groß der Wahlkreis geworden ist. Ratsmitglieder, selbst Landtagsabgeordnete haben deutlich kleinere Zuständigkeitsbereiche und deshalb ist es logisch, dass man sie in den entsprechenden Ortsteilen häufiger sieht. Ich kann ja verstehen, wenn ein Ortsverein bei einer größeren Veranstaltung möglichst den OB, das zuständige Ratsmitglied und die Abgeordneten aus Land und Bund präsentieren will. Aber genau dies funktioniert leider nicht immer. Manche Termine finden parallel statt und wenn ich allen Einladungen folgen würde, könnte ich nichts anderes mehr machen. Die Mandatsträger müssen sich mehr koordinieren, damit außer dem örtlichen Vertreter wenigstens einer, aber auch nicht unbedingt alle bei den verschiedenen Veranstaltungen auftreten.