Heimat

Tagebucheintrag 4. März 2005 (IC Berlin-Dortmund)

 

Ich sitze im Zug und weiß, dass ich in weniger einer Stunde zu Hause bin. Sonst denke ich im Zug häufig an die vergangene Woche zurück, jetzt denke ich darüber nach, was Heimat für mich bedeutet. Ein wohliges Gefühl umfängt mich dabei.

 

Ich bin in Dortmund geboren, aufgewachsen und bin meiner Heimatstadt sehr verwurzelt. Meine Familie und die meisten meiner Freunde leben im Ruhrgebiet. Ich freue mich, nach jeder Sitzungswoche dorthin zurückzukehren. Es ist dieses Heimatgefühl, welches mich mit Dortmund und dem Ruhrgebiet verbindet, was man kaum erklären kann und einen doch voll erfasst. Es ist der besondere Menschenschlag, die Mentalität und natürlich auch das Vertraute, das mich immer an Dortmund gebunden hat. Die Menschen sagen das, was sie denken und das meist ehrlich, auch wenn einem nicht alles gefällt, was sie sagen. Man weiß meist, wie man dran ist und das finde ich wichtig. Ich bewundere den Fleiß der Ruhrgebietler, die nach dem heftigen Strukturwandel die Region versuchen wieder fit machen. Ich achte das große Engagement. Es gibt in Dortmund unzählige Initiativen, Vereine, die sich für die Stadt und ihre Menschen einsetzen. Zudem gibt es eine große kulturelle Vielfalt, die gerade aus vielen kleinen Initiativen besteht.

 

Meine Familie stammt aus einfachen Verhältnissen, mein Großvater war einer der vielen Malocher erst auf der Zeche und dann im Stahlwerk. Ich bin auf eine Schule gegangen, die mitten in einem sozialen Brennpunkt liegt und die mich geprägt hat. Ich bin in der Dortmunder SPD politisch groß geworden, ich habe Teile des Strukturwandels hautnah miterlebt. Ein Strukturwandel der heute noch weitergeht. Das alles hat mich geprägt und meine politische Einstellung und mein Engagement geformt. Mir gefällt Berlin, aber dennoch freue ich mich wieder auf Dortmund.