Prolog

Prolog

Die Idee, meine Eindrücke als Bundestagsabgeordneter nicht nur aufzuschreiben, sondern auch im Internet zu veröffentlichen, brachte ein Freund von mir im Wahlkampf auf. Es sei spannend zu beobachten, was ich von Berlin zu berichten hätte, wie meine ganz persönlichen Schilderungen wären. Dabei seien besonders die Eindrücke interessant, welche nicht nur die "hohe Politik" im Blickfeld hätten, sondern auch die kleinen Geschichten am Rande zu erzählen. Ich war zunächst skeptisch. Schreiben? Gerne, aber persönliche Aufzeichnungen der Öffentlichkeit zugänglich machen, ist etwas völlig anderes. Doch die Idee gefiel mir immer besser und weitere Freunde bestärkten mich bei meinem Entschluss, es zu wagen.

Nun beginne ich also in die Tastatur zu greifen und bin selbst gespannt, was hinterher dabei rauskommen wird. Ob sich im Laufe der Zeit anhand der Texte eine Entwicklung oder gar eine Veränderung bei mir erkennen lässt? Ob ich dazu kommen kann, frei von der Leber weg zu schreiben, oder nur vorsichtig mich auf wenige unverfängliche Beschreibungen beschränke? Klar ist, dass ich über das Internet keinen politischen Feldzug beginnen möchte und mich deshalb bemühen werde, konkrete Namen - die, mit Verlaub, meistens sowieso austauschbar sind - zu vermeiden.

Es wird keine regelmäßigen Einträge geben. Dazu reicht weder die Zeit, noch wäre dadurch gewährleistet, dass ich mich wirklich auf die Dinge konzentriere, die ich als spannend oder interessant empfinde. Es wird also von der Gelegenheit und von meiner Stimmung abhängen, ob sich hier ein Eintrag wieder finden wird. Als Schreibgelegenheit entpuppte sich bei den ersten Einträgen die Zugfahrt, die mich vom Wahlkreis nach Berlin, wieder zurück und zu verschiedenen Terminen bringt.

Ich hoffe, ich kann den einen oder anderen animieren, meine Eintragungen zu lesen und vielleicht sogar mit gewecktem Interesse am Ball zu bleiben. Ich wünsche jedenfalls viel Spaß und setze auf ein Stück der Neugier, die ich bei dem Gedanken an die "Herausforderung Bundestag" verspüre.