Wussten Sie schon, dass Autoklimaanlagen echte Klimasünder sind?
Klimaanlagen, wie wir sie heute in fast jedem Auto finden, tragen unnötig stark zum Treibhauseffekt und somit zur Beschleunigung des Klimawandels bei. Weltweit sind mittlerweile über 400 Millionen Fahrzeuge mit einer Klimaanlage ausgestattet. Diese erhöhen die Emissionen eines Autos um ganze 7 Gramm CO2 pro Kilometer und sind laut Umweltbundesamt (UBA) daher »echte Klimasünder«.
In den meisten der heutigen Autoklimaanlagen zirkuliert als Kältemittel das stark klimawirksame fluorierte Treibhausgas Tetrafluorethan (R134a). Anders als eine früher gebräuchliche Substanz zerstört R134a nicht mehr die Ozonschicht und trägt auch deutlich weniger zur Erderwärmung bei. Nach neuesten Berechnungen des Weltklimarates (IPCC) heizt das Kältemittel die Erde jedoch immer noch 1430-mal stärker auf als die gleiche Menge Kohlendioxid. Dazu muss es zwar aus der Klimaanlage entweichen, dies passiert wegen der Vibrationen beim Fahren jedoch regelmäßig.
Dabei gibt es sogar schon erste Lösungsansätze für dieses Problem: Ausgerechnet CO2, der Stoff dessen Anreicherung in der Atmosphäre ganz wesentlich zum Klimawandel beiträgt, eignet sich gut für klimaschonendes Kühlen. CO2 ist nicht nur relativ preiswert, ungiftig und weltweit in den erforderlichen Qualitäten verfügbar, eine neue und für alle üblichen Kühlanlagen gebräuchliche Technik ist auch schon auf dem Markt. Die mit höherem Druck arbeitenden Geräte sind mittlerweile reif für den serienmäßigen Einsatz in Autos. Messungen des UBA haben unlängst belegt, dass die CO2-Autoklimaanlagen nicht nur klimafreundlich und energieeffizient, sondern in Leistung und Verbrauch auch mindestens genauso gut wie die alten Anlagen sind. In einigen Autos zeigten Hersteller sogar deutliche Vorteile der CO2-Technik, wie eine schnellere Abkühlung des Innenraums und einen geringeren Kraftstoffverbrauch.
Laut UBA sind die neuen Anlagen in Massen produziert zwar ein wenig teurer als die bisherigen (bei einem Mittelklassewagen in Serienproduktion beliefen sich die Mehrkosten auf ca. 50 Euro). Allerdings kostet CO2, muss es im Laufe der Zeit nachgefüllt werden, deutlich weniger als jede andere für Autoklimaanlagen geeignete Chemikalie. So bekäme man am Ende für relativ wenig Geld und Aufwand eine ganze Menge Klimaschutz.
Die alten Klimaanlagen sind ab 2011 bei Fahrzeugneubauten in der EU verboten. Jedoch zögern die Autohersteller - wie so oft - die neue Technik auch zu nutzen. Inzwischen wird es von vielen Fachexperten als äußerst unwahrscheinlich angesehen, dass die Massenfertigung pünktlich starten kann. Dabei hätte die Automobilindustrie, mit einer raschen Entscheidung für die CO2-Technik, nun die einmalige Chance einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Ein Hintergrundpapier des Umweltbundesamtes zum Thema „Klimaschutz und Kältemittel“ finden sie hier.


