Wussten Sie schon, dass der globale Fischbestand und damit auch die Fischerei durch die Folgen des Klimawandels drastisch bedroht ist?
Die Fischbestände unserer Meere schrumpfen dramatisch. Viele Fischarten sind bereits vom Aussterben bedroht, wie zum Beispiel Kabeljau, Scholle, Viktoriabarsch oder Rotbarsch.
75 Prozent aller Fischbestände gelten bereits heute weltweit als überfischt.
Allein jeder deutsche Bürger isst im Durchschnitt 16,4 Kilogramm Fisch pro Jahr. Fisch ist beliebt: Im Jahr 2005 kauften rund 98 Prozent aller deutscher Haushalte Fisch und Meeresfrüchte - insgesamt rund 359.000 Tonnen.
Der globale Fischbestand ist aber nicht nur durch die Überfischung und Plünderung unserer Meere, sondern auch durch die Folgen des Klimawandels bedroht. Die UN-Welternährungsorganisation (FAO) hat im März 2009 einen Bericht veröffentlicht, der die Zukunft unserer Fischbestände als sehr bedroht einstuft. Informationen finden Sie unter folgendem Link.
Die rasante Zunahme der CO2-Konzentration in unserer Atomsphäre, die Verschmutzung der Küsten und die steigende Erderwärmung haben schlimme Folgen für die Unterwasserwelt und ihre Bewohner.
Rund ein Drittel des vom Menschen produzierten CO2 wird von den Meeren absorbiert. Durch diese erhöhte CO2 Konzentration werden die Meere zunehmend übersäuert. Wenn die Meere und Ozeane zu sauer sind, hat das die Konsequenz, dass der Kalkanteil in den Gewässern reduziert wird, diesen wiederum brauchen Muscheln zum Aufbau ihrer Schalen. Durch diesen Kalkverlust sterben viele Schalen- und Meerestiere aus. Die Übersäuerung der Meere wird ohne drastischen Klimaschutz auch den Korallenriffen zum Verhängnis. Die Vernichtung dieser sensiblen und produktiven Biotope würde die Nahrungskette unterbrechen und ein rasches Artensterben nach sich ziehen. Vielen Meeresbewohnern dienen Korallenriffe als Lebensraum. Mit den Riffen sterben auch die Fische.
Diese Versauerung ist aber nicht das einzige Problem für die Fische. Wissenschaftler haben festegestellt, dass die steigenden CO2-Werte zu einer Abnahme des Sauerstoffgehaltes führen. Bei erhöhten CO2 Werten fällt es Meerstieren schwerer zu atmen und Sauerstoff aus dem Wasser zu extrahieren. Das führt dazu, dass die Tiere schwerer Nahrung finden, sich schlechter vor Feinden schützen und sich auch schlechter fortpflanzen können. Im schlimmsten Fall können Fische in Wasser mit höheren Temperaturen ersticken.
Vielen Fischarten wird es in ihren bisherigen Heimatgewässern bereits jetzt zu warm, so dass sie ihre Laichplätze immer weiter in den Norden verlegen. In den letzten 25 Jahren haben sich daher in der Nordsee mehrere Fischpopulationen über hundert Kilometer in Richtung Norden orientiert.
Der Kabeljau zum Beispiel war noch 1970 eine der am weitesten verbreiteten Fischarten der Welt. 3,1 Millionen Tonnen des beliebten Fisches wurden 1970 für den Verzehr gefangen. Innerhalb von nur 30 Jahren ist die Fangmenge um zwei Drittel auf 950.000 Tonnen gefallen.
Heute gibt es in der gesamten Nordsee ungefähr noch 38.000 Tonnen ? gerade mal so viel wie eine Nordseefähre wiegt. Damit sich der Bestand erholen könnte, bräuchte man aber mehr als viermal so viel, mindestens 150.000 Tonnen.
Wissenschaftler gehen davon aus, dass zum Beispiel die restlichen Kabeljaubestände in der Nordsee bald ganz Richtung Arktis verschwunden sein werden. Andere Fischarten wiederum wandern allerdings aus der Südsee in die Nordsee ein, dadurch entsteht zumindest ein gewisser Ausgleich.
Durch das parallele Auftreten von Klimawandel, Küstenverschmutzung und Überfischung sind jetzt schon 10-15 Prozent der Weltmeerregionen stark geschädigt. Die Tendenz für das Jahr 2050 wird mit 70-90 Prozent angegeben.
Wenn die weltweite Fischerei nicht in naher Zukunft nachhaltiger, ökonomischer und ökologischer gestaltet wird, werden unsere Fischbestände nach und nach vernichtet werden.
Dies hätte vor allem fatale Folgen für die etwa 2,6 Milliarden Menschen auf unserer Welt, die sich hauptsächlich von Fisch ernähren. Zudem wird die weltweite Fischereiindustrie mit über 15 Millionen Arbeitsplätzen nach und nach völlig verschwinden.
Fisch gehört zur wichtigsten Nahrungsquelle der Menschheit und er sollte auch auf keinem Ernährungsplan fehlen, aber wir als Verbraucher sollten darauf achten, nur umweltverträglich gefangene Fische zu kaufen. Diese erkennt man im Supermarkt in der Tiefkühltruhe an dem MSC-Siegel (Marine Stewardship Council). Der WWF hat auf seiner Internetseite einen hilfreichen Fisch-Einkaufsratgeber gestellt: www.wwf.de/fisch. So kann jeder einen kleinen nachhaltigen Beitrag leisten.


