Wussten Sie schon, dass Moore das Klima erheblich beeinflussen?
Die Zerstörung von Mooren trägt laut NABU (NABU-Position 11/2009) jährlich 10 Prozent zum weltweiten CO2-Ausstoß und damit zum Klimawandel bei. Das liegt daran, dass Moorlandschaften Treibhausgase speichern. Sie sind damit sogenannte Kohlendioxidsenken und ein natürlicher Klimaschützer. Wenn die Feuchtgebiete jedoch austrocknen – was seit Jahrzehnten durch z. B. Entwässerung oder Torfabbau in immer bedrohlicherem Maße geschieht –, treten die vorher gespeicherten Treibhausgase aus, reichern sich in der Atmosphäre an und beschleunigen damit den Klimawandel.
In Mooren sind mit geschätzten 550 Milliarden Tonnen insgesamt ganze 30 Prozent des Kohlenstoff-Vorkommens auf dem Land gespeichert. Auch wenn sie nur ca. drei Prozent der Landfläche der Erde bedecken, lagert in den Feuchtgebieten damit doppelt so viel Kohlenstoff wie in allen Wäldern weltweit zusammen. Jährlich werden außerdem bis zu 250 Mio. weitere Tonnen CO2 als organisches Material in den noch torfbildenden Mooren festgelegt.
Eine weitere wichtige Funktion erfüllen Moore auch als Lager für Kohlenstoff, der bei der Verbrennung fossiler Energieträger ausgestoßen wird. Zwar werden jedes Jahr in lebenden Mooren lediglich ein Prozent dieses Kohlenstoffs festgelegt, doch wurde damit langfristig soviel Kohlenstoff gebunden, dass den Mooren in den vergangenen 11.000 Jahren eine klimakühlende Wirkung unterstellt werden kann.
Wenn wir die Feuchtgebiete also langfristig nicht vor ihrer Zerstörung bewahren, tritt nicht nur immer mehr des gespeicherten CO2 aus, sondern wird andersherum auch weniger CO2 neu festgelegt. Durch diesen „Teufelskreis“ droht sich der Klimawandel immer weiter zu beschleunigen. Besonders verheerend sind laut NABU in diesem Zusammenhang riesige Moorbrände, wie sie z. B. in Südostasien immer wieder vorkommen.
Doch auch die Situation in Deutschland gibt Anlass zur großen Sorge: Die deutschen Moorlandschaften erstrecken sich über eine Fläche von 1,5 Millionen Hektar. Heute sind sie jedoch zu 95 Prozent entwässert, abgetorft, bebaut oder landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzt. Diese Moore gelten als „tot“. In Brandenburg –einem der moorreichsten Bundesländer – wachsen sogar nur noch zwei Prozent der Moore. Obwohl es bereits einige Moorschutzprogramme gibt, können auch die letzten fünf Prozent an naturnahen Mooren in Deutschland nicht als gesichert gelten. Sie sind im Gegenteil immer noch stark bedroht, vor allem durch großräumig wirkende Eingriffe in den Landschaftswasserhaushalt und den Eintrag von Nährstoffen aus der Landwirtschaft.
Daneben setzt auch der Klimawandel den Mooren erheblich zu. Steigende Temperaturen und sich ändernde Niederschlagsmengen haben einen direkten Effekt auf die typischen, teilweise hochspezialisierten Lebensgemeinschaften der Feuchtgebiete. Aufgrund der isolierten Lage insbesondere der letzten naturnahen Hochmoore ist ein Ausweichen der Arten in andere Gebiete oft unmöglich. Damit ist auch die große biologische Vielfalt (Biodiversiät), die Moore aufweisen, gefährdet.
Um die klimaschädigende Wirkung durch die Zerstörung von Mooren zu begrenzen und damit gleichzeitig die noch intakten Moore und ihre Artenvielfalt vor dem Klimawandel zu schützen, ist es nötig den Moorschutz als eine wichtige Zukunftsaufgabe zu verstehen. Eine mögliche Maßnahmen ist, die zerstörten Moorflächen in Deutschland zu renatuieren. Ein weiterer wichtiger Schritt wäre außerdem ein sofortiges Umbruchverbot von Grünland auf Moorböden. Insgesamt ist klar, dass die Erhaltung der Moore für den Klimaschutz unverzichtbar ist und wir alles daran setzen müssen, die letzten noch intakten und damit so wertvollen Moorlandschaften zu schützen und bewahren.


