Wussten Sie schon, dass übermäßiger Schokoladenkonsum dem Klima schadet?
Dass zu viel Schokolade dick macht, das wissen wir alle. Doch, dass ein hoher Schokoladenkonsum zum Klimawandel beiträgt, ist wohl den meisten neu.
Die klimaschädigende Wirkung hat etwas mit dem in vielen Schokoriegeln enthaltenen Palmöl zu tun: Für die Produktion von Palmöl werden z. B. in Indonesien jedes Jahr eine Million Hektar Regenwald zerstört. In den letzten 50 Jahren wurden insgesamt ca. 74 Millionen Hektar Urwald gerodet – eine Fläche mehr als doppelt so groß wie Deutschland. Das gewonnene Palmöl wird in den Industriestaaten z. B. für die von uns allen so geliebten Schokoriegel gebraucht. Man findet es daneben aber auch in Waschmitteln, Gesichtscremes oder Margarine.
Im Süden Borneos in Indonesien brennen Tag täglich Torfmoorwälder ab, ganze Landstriche werden von gelblich grauen Nebelschwaden überzogen. Bei der Verbrennung der Wälder werden Unmengen des im Boden gespeicherten Kohlenstoffes freigesetzt und der Klimawandel damit immer weiter angeheizt. Die indonesischen Urwälder müssen weichen, damit auf den gerodeten Flächen neue Palmöl-Monokulturen angepflanzt werden können – vor allem für die immer weiter steigende Nachfrage aus Europa. Der Anbau von Ölpalmen gilt als mit Abstand größter Regenwald- und damit Klimakiller.
In einer Studie des niederländischen Institut AIDEnvironment im Auftrag des WWF wurde errechnet, dass Indonesien von seinen derzeit ca. 80 Millionen Hektar Regenwald jedes Jahr rund 1,3 Millionen verliert. Am heftigsten sind die Inseln Sumatra und Borneo betroffen.
Neben Malaysia ist Indonesien mittlerweile eines der wichtigsten Anbaugebiete für Ölpalmen und hat die größte Abholzungsrate weltweit. Beim Verbrennen von Torfwäldern für Ölplantagen, verursacht die Produktion einer Tonne Palmöl etwa das 10- bis 30-fache an CO2 von dem was bei einer Tonne Diesel entsteht. Dadurch ist Indonesien nach den USA und China mittlerweile zum drittgrößten Erzeuger von Treibhausgasen aufgestiegen. Ein Trend der leider momentan nicht zu stoppen scheint. Denn die Nachfrage steigt stetig.
Mehr als 30 Prozent des weltweiten Bedarfs an Pflanzenöl wird bereits durch Palmöl gedeckt. Neben dem Gebrauch für Produkte wie Schokolade, Waschmittel, Margarine und Kosmetika, wird es zunehmend auch für die Erzeugung von Strom und Wärme oder als Biokraftstoff verwendet. Die weltweit wichtigsten Abnehmer des Rohpalmöls aus Südostasien sind Indien, China und die EU. In Europa finden sich die größten Märkte in den Niederlanden und in Deutschland. Viele Unternehmen die den Rohstoff nutzen, beziehen nicht zertifiziertes Palmöl. Doch selbst das durch den sogenannten „Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl“ zertifizierte Palmöl ist oftmals nicht nachhaltig produziert.
Laut WWF wachse sich das Geschäft mit dem Palmöl so zu einem ökologischen Desaster aus: Die Zerstörung der letzten erhaltenen Urwälder der Erde schreitet ungebremst voran, die Schäden für Klima und Artenvielfalt sind immens.
Wir als Konsumenten sollten uns beim Kauf des nächsten Schokoriegels also einmal fragen was er für Inhaltsstoffe enthält und welche Auswirkungen unser Konsumverhalten auf die Umwelt hat. Greenpeace hat eine Reihe von Tipps für Verbraucher zusammengestellt, mit denen Sie Produkte, für die Palmöl aus Urwaldabholzung benutzt wurde, erkennen können. Die Tipps finden Sie hier.
(Quelle:http://www.wwf.de/presse/details/news/oelpest_im_regenwald_indonesiens/)


