Die Urwaldzerstörung ist leider eine viel zu wenig beachtete Umweltkatastrophe. Dabei verlieren wir alle zwei Sekunden ein Fußballfeld großes Urwaldstück auf unserer Erde!
Der Erhalt der letzten großen Urwälder, wie der Regenwald am Amazonas, in Indonesien oder im Kongo, ist fundamental wichtig, um den Klimawandel einzudämmen. Den Kampf gegen die Klimaerwärmung können wir nur gewinnen, wenn es uns gelingt, neben einer massiven Reduzierung der Treibhausgasemissionen auch die Urwaldzerstörung zu stoppen. Hauptursache für die Vernichtung des Regenwaldes sind die Geschäfte mit dem legalen und illegalen Holzschlag und die Abholzung für neues Weide- und Ackerland. Vor allem der zunehmende Fleischkonsum führt dazu, dass immer mehr Vieh immer mehr Land beansprucht und für das Futter immense Flächen für das Viehfutter benötigt werden. Knapp die Hälfte des weltweiten Kohlenstoffs an Land ist in Wäldern gespeichert. Das heißt, die Zerstörung der Waldflächen setzt Unmengen von Kohlendioxid frei und verhindert gleichzeitig die Bindung des Kohlenstoffs.
Ein Beispiel:
Brasilien ist mittlerweile der viertgrößte Kohlendioxidemittent der Welt: dies aber nicht, weil die brasilianische Industrie so einen enormen Energieverbrauch hat, sondern hauptsächlich durch die Brandrohdung und Abholzung des Regenwaldes am Amazonas. Allein in den letzten vier Jahren sind ca. 70.000 Quadratkilometer Urwald verloren gegangen, das entspricht ungefähr der Fläche von Bayern. Diese Flächen werden vor allem zu Rinderweiden oder Sojafeldern umgewandelt, um den ansteigenden Fleischhunger der Welt - vor allem Europas - zu stillen. Soja ist eine sehr proteinreiche Bohne, die gerne als Tierfutter eingesetzt wird. Der Sojaanbau ist für viele Brasilianer eine gute Einnahmequelle. Es ist natürlich viel zu einfach, deshalb die Brasilianer zu verurteilen. Sie haben diesen immensen Fleischmarkt nur deshalb, weil vor allem der Bedarf der Europäer und Nordamerikaner damit gedeckt wird. Zudem haben wir den größten Teil unserer Wälder schon vor langer Zeit abgeholzt und man darf nicht übersehen, dass gerade die ärmeren Länder kaum auf die Einnahmen, die aus der Waldrodung gezogen werden, verzichten können. Deshalb müssen auch wir Europäer mithelfen, die noch bestehenden Waldgebiete zu schützen.
Für den World Wide Fund For Nature (WWF) ist der Regenwald am Amazonas eine Schlüsselregion, in der sich die klimatische Zukunft unserer Erde entscheidet. In seiner Studie ?Der Teufelskreis am Amazonas? kommt der WWF zu dem Ergebnis, dass wenn es den Menschen nicht gelingt, dem Kahlschlag und der globalen Erdwärmung wirksam zu begegnen, schon 2030 rund 55 Prozent des größten Regenwaldgebietes der Erde, Feuer, Dürre und Holzeinschlag zum Opfer fallen werden. Wenn dieses Szenario eintritt, würde dies im selben Zeitraum zu einem Kohlendioxidausstoß von 55 bis 97 Milliarden Tonnen führen. Bislang ging man davon aus, dass bis 2050 die Hälfte des Regenwaldes zerstört ist - bei gleichbleibender Brandrohdung und Abholzung.
Die Waldzerstörung heizt den Treibhausgaseffekt an, die globale Erwärmung wiederum beschleunigt die Vernichtung des Regenwaldes. Es ist ein Teufelskreis, der dringend durchbrochen werden muss.
Die WWF - Studie ?Der Teufelskreis am Amazonas? finden Sie hier:
www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/pdf_neu/Teufelskreis_am_Amazonas_-_Klimawandel_und_Waelder.pdf


