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05.03.10 16:56 Alter: 2 yrs

Gleichstellung mit gesetzlichen Regelungen vorantreiben

 

Anlässlich des internationalen Frauentages am 8. März erklärt der Dortmunder Bundestagsabgeordnete Marco Bülow:

Frauen verdienen in Deutschland nach wie vor fast ein Viertel weniger als ihre männlichen Kollegen. Damit sind wir in punkto Gleichstellung im internationalen Vergleich wieder eine Stufe weiter nach unten gerückt und rangieren jetzt hinter den Philippinen und Lesotho: Das ist für Deutschland im 21. Jahrhundert ein Armutszeugnis. Wir brauchen endlich klare gesetzliche Regelungen.

Auch in Dortmund bekommen Frauen für die gleiche Arbeit im Durchschnitt weniger Geld als Männer. Ich fordere die Dortmunder Unternehmen, die hier Nachholbedarf haben, daher zum wiederholten Mal auf, die Gehälter endlich anzugleichen. Loben muss man aber die Unternehmen in Dortmund, die keine Unterschiede machen.

Bundesweit ist der Lohnunterschied seit 2008 wieder angewachsen und liegt nun bei 23 Prozent. In Westdeutschland ist die Lohnlücke sogar auf 25 Prozent gestiegen. Auch das von konservativer Seite gern herbeigeholte Argument der Steigerung der Frauenerwerbsquote kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Arbeitsvolumen konstant geblieben ist. Lediglich 37 Prozent der Frauen sind heute Vollzeit beschäftigt. 2008 waren es noch 45 Prozent. Die überwiegende Mehrheit der Frauen arbeitet damit Teilzeit oder in Minijobs. Von den Beschäftigten, die ausschließlich einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, sind zwei Drittel Frauen. Teilzeitbeschäftigung und Niedriglohnsektor sind also nach wie vorweiblich.

Auch der Anteil von Frauen in Führungspositionen bietet weiter einklägliches Bild: Der Frauenanteil in deutschen Vorständen hat in den vergangenen 10 Jahren von 1,2 Prozent auf gerade einmal 2,4 Prozent zugenommen, wobei es seit 2005 sogar wieder abwärts geht. Der Frauenanteil in Aufsichtsräten liegt bei mageren 4 Prozent. Lediglich in Betrieben, die mitbestimmt sind, wird ein Anteil von 11 Prozent erreicht.

Dass die schwarz-gelbe Bundesregierung angesichts dieser Zahlen nach wie vor auf freiwillige Vereinbarungen mit der Wirtschaft setzt, ist nicht verständlich und wird den Frauen in unserem Land nichtgerecht. Die Zeit ist reif für gesetzliche Regelungen: Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten fordern von der Bundesregierung ein wirksames Entgeltgleichheitsgesetz, einen gesetzlichen Mindestlohn sowie eine Quote von mindestens 40 Prozent Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen. Damit würde man bei der Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt einen großen Schritt vorankommen.


Dateien:
10-03-05_PM_Marco_Buelow_Weltfrauentag.pdf