Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke ist pure Lobbypolitik
Zur Absicht der schwarz-gelben Bundesregierung, die Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke um 10 bis 15 Jahre zu verlängern erklärt der Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow:
„Die Absicht der CDU/CSU-FDP Bundesregierung, die Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke um bis zu 15 Jahre zu verlängern, zeigt, dass Frau Merkel pure Lobbypolitik betreibt. Nach den Begünstigungen für die Hoteliers sind nun die vier roßen Energiekonzerne RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW an der Reihe.
Eine Verlängerung der Laufzeiten bis zum Jahr 2035 ermöglicht den
Kraftwerksbetreibern sichere Einnahmen in Milliardenhöhe.
Das vorgestellte Gutachten der Bundesregierung, auf das sich CDU/CSU und FDP bei ihren Plänen berufen, ist eine Farce. So bekommt ein Institut, das maßgeblich an der Erstellung beteiligt war, Millionensummen vom Energiekonzern und Atomkraftwerksbetreiber RWE.
Die Aussagen des Gutachtens, ein verlängerter Betrieb der Atomkraftwerke sei notwendig für die Versorgungssicherheit und würde niedrigere Strompreise für die Bürgerinnen und Bürger bedeuten, sind falsch. Bereits in den letzten Monaten waren mehrere Atomkraftwerke durch Störungen und Defekte nicht am Netz gewesen und trotzdem kam es zu keinem Energieengpass. Auch trägt die
Atomkraft nicht zu niedrigen Preisen bei. Demnach müssten Bundesländer mit hohem Anteil Atomenergie niedrigere Preise haben als andere Bundesländer. Dies ist in der Realität aber nicht so.
Die Bundesregierung vertritt mit ihrem Energiekonzept nur die großen
vier Energieunternehmen und versucht deren Marktstellung zu sichern.
Doch die Energiewirtschaft in Deutschland ist vielfältiger. Stadtwerke
und Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien bangen
nun um ihre Investitionen der letzten Jahre, die massiv den Ausbau
der Erneuerbaren Energien vorangetrieben haben.
Die Bundesregierung stellt sich mit ihrer Entscheidung auch gegen die Mehrheit der deutschen Bevölkerung. Hunderttausende Menschen haben in diesem Jahr bei Großveranstaltungen wie der Menschenkette in Norddeutschland, aber auch bei Demonstrationen in anderen Bundesländern, gezeigt, dass sie gegen jegliche Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken sind. Sie erkennen die Gefahr und die Anfälligkeit dieser veralteten Technologie.
Frau Merkel muss sich fragen lassen, warum ihr die Interessen der vier
großen Energieunternehmen wichtiger ist, als die Interessen der
Bürgerinnen und Bürger.“


