Dutzende gefährliche Castortransporte mitten durch das Ruhrgebiet: Chaos ist vorprogrammiert
Zu den geplanten Castortransporten aus dem Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus erklärt der stellvertretende Energiepolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und Dortmunder Bundestagsabgeordnete Marco Bülow:
„Jeder einzelne Castortransport ist gefährlich, denn in den Castorbehältern befinden sich hochradioaktive Stoffe. Diesen gefährlichen Inhalt häufig und auf langer Strecke zu transportieren, birgt deutlich mehr Gefahren als ihn an einem Ort zu belassen. Ein solch riskantes Manöver auch noch im größten Ballungsraum Deutschlands, dem Ruhrgebiet, durchzuführen, finde ich absolut verantwortungslos. Genau dies plant jedoch Bundesumweltminister und zugleich CDU-Landesvorsitzender in NRW Norbert Röttgen.
Es gibt Überlegungen, die bis zu 152 Castor-Behälter innerhalb von nur acht Monaten nach Ahaus zu bringen. Schätzungen gehen von über 50 Transporten aus. Dutzende Male innerhalb von einigen Monaten sollen also die Menschen im Ruhrgebiet dieser Gefahr ausgesetzt werden. Dutzende Male muss die Polizei mit einem riesigen Aufgebot diese Transporte sichern. Die Polizei fehlt dadurch nicht nur an anderer Stelle, die Aktion wird auch zu einem Verkehrschaos in der betroffenen Region führen. Die Bevölkerung wird in der Zeit der Transporte deutliche Einschränkungen hinnehmen müssen. Von den wirtschaftlichen Folgen, wenn der Verkehr für eine Zeitlang zum Erliegen kommt, ganz zu schweigen.
Hintergrund ist, dass der Bund, anstatt rechtzeitig in das Zwischenlager in Jülich zu investieren, Geld sparen möchte. Diese Politik geht jedoch auch im wahrsten Sinne des Wortes auf Kosten von NRW. Denn die Millionen für den Polizeieinsatz zahlt das Land, nicht der Bund.
Es ist nur nachvollziehbar, dass die Mehrheit der Fraktionen im Düsseldorfer Landtag sich gegen die Transporte und für die bauliche Ertüchtigung des Zwischenlagers in Jülich ausspricht, denn auch Ahaus ist kein Endlager, sondern nur eine Zwischenlösung. Ich unterstütze diese Position uneingeschränkt. Die Regierungsfraktionen von Union und FDP im Bundestag sperren sich jedoch gegen diese vernünftige Lösung. Deswegen haben wir das Thema hier im Bundestag im Umweltausschuss auf die Tagesordnung gesetzt und einen Bericht erbeten. Wie so häufig blieben nachvollziehbare Antworten aus. Die Bundesregierung wollte keine Antwort geben, wie viele Transporte es genau werden, wo diese lang führen und welche Gefahren sie mit sich brächten. Dies bestätigt wieder einmal, dass CDU/CSU und FDP rein gar nichts verstanden haben und nach wie vor ihre Politik völlig intransparent und ohne Rücksicht auf die Bevölkerung durchpeitschen.“


