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09.08.08 21:22 Alter: 4 yrs

Sechste Bundespolitische Woche vom 8. bis 11. September

 

Wieder einmal möchte ich Sie zu meiner mittlerweile traditionellen Bundespolitischen Woche einladen. Den Schwerpunkt bildet diesmal das Thema Arbeit. Wir werden dazu viele Hintergründe zusammenstellen und einige Veranstaltungen durchführen. Es wird unter anderem um den Mindestlohn und das Thema „Gute Arbeit“ gehen. In der Hauptveranstaltung werden wir mit einem Vertreter der Sozialforschungsstelle und Eberhard Weber vom DGB der Frage nach der Zukunft der Arbeit in Deutschland und Dortmund nachgehen. (Programm siehe unten)

Die Zukunft der Arbeit ist in kaum einer anderen Region so wichtig wie hier im Ruhrgebiet. Die letzten Jahrzehnte haben unsere Arbeitswelt stark verändert und das Gesicht der Ruhrgebietsstädte neu geprägt. Doch der Prozess ist nicht abgeschlossen, die Arbeitswelt wird einem stetigen Wandel ausgesetzt bleiben.

Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass Arbeit keineswegs nur der Existenzsicherung dient, ihre Bedeutung für den einzelnen Menschen geht darüber hinaus. Immer mehr Menschen arbeiten und können davon dennoch nicht leben. Der Slogan: „Sozial ist, was Arbeit schafft“, verkennt deshalb die unsoziale Entwicklung vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Die Gewerkschaften haben vor einiger Zeit, auch als Gegenprojekt zum neoliberalen Mainstream, die Forderung nach der „Guten Arbeit“ erhoben. "Gute Arbeit" bedeutet, dass Arbeit die Gesundheit und die Lebensqualität fördert, dass jeder seine Fähigkeiten einbringen und weiter entwickeln kann. Gute Arbeit heißt aber auch: die Arbeitsbedingungen müssen so gestaltet sein, dass Familie und Beruf (außerberufliches und Beruf) vereinbar sind und die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten bis zum Rentenalter erhalten bleibt. Und schließlich erfordert gute Arbeit gutes Entgelt. Der Anspruch, die Arbeitsbedingungen menschengerecht zu gestalten steht auf der Tagesordnung einer qualitativen Modernisierungspolitik in einem Zukunftsprogramm „Gute Arbeit“. 

Seit einiger Zeit sorgt ein robustes Wirtschaftswachstum für den Rückgang der Arbeitslosenzahlen. Schaut man sich jedoch die neu geschaffenen Arbeitsstellen an, erkennt man, dass die Zahl der Erwerbstätigen in Dortmund insgesamt auf 290.000 gestiegen, davon aber 100.000 nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Nicht alle davon zählen zu den prekären Beschäftigungen, doch genau diese Zahl wächst stetig. Einstellungen erfolgen heute fast nur noch befristet. So wird nicht nur im verarbeitenden Gewerbe der Arbeitskräftebedarf überwiegend über Leiharbeit organisiert. Es gibt Unternehmen in Dortmund, in denen 40 % der Menschen Leiharbeiter/innen sind, vielfach mit deutlich schlechteren Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig steigt die Zahl derjenigen die trotz eines Vollzeitjobs Sozialhilfe in Anspruch nehmen müssen. In Dortmund sind dies bereits 23 % der Kunden im JobcenterARGE, mit steigender Tendenz.