Wirtschaftskrise darf nicht zur Ausbildungskrise werden - Appell an Dortmunder Unternehmen-
Zur Situation im Ausbildungsbereich erklärt der Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow:
Auszubilden gehört zu den entscheidenden Voraussetzungen für eine nachhaltige Überwindung der Krise. Die Fachkräftebasis von morgen zu sichern ist eine der wichtigsten Grundlagen für einen tragfähigen Aufschwung.
Niemand wäre gut beraten, jetzt auf Kurzsicht umzuschalten und das Interesse an der strukturellen Absicherung der Fachkräftebasis aus den Augen zu verlieren. Die Wirtschaftskrise darf nicht zur Ausbildungskrise werden. Wer jetzt nicht ausbildet, darf sich in der nächsten Ausbildungsphase nicht darüber beschweren, dass es einen Fachkräftemangel gibt. Ich appelliere an die Dortmunder Unternehmen im Ausbildungsbereich nicht nachzulassen, sondern auch dieses Jahr Bewerberinnen und Bewerber in großer Zahl einzustellen.
Im letzten Jahr benötigten zum Beispiel noch im Juli 2008 1.670 Jugendliche in Dortmund einen Ausbildungsplatz. Von den Bewerberinnen und Bewerber im letzten Jahr, waren im Juli über 2.700 so genannte Altbewerber, die im Vorjahr oder früher die Schule verlassen haben. Das waren ca. 60 Prozent der gesamten Bewerber. Vor allem die hohe Zahl der Altbewerber macht Sorgen. Ich hoffe, dass sich die Situation, durch den von der SPD durchgesetzten Ausbildungsbonus, mit dem die Bundesagentur Betriebe bei der Ausbildung benachteiligter Jugendlicher mit finanziellen und Ausbildungsbegleitenden Hilfen unterstützt, verbessert. Auch die Integration von jungen Migrantinnen und Migranten gelingt in vielen Fällen noch immer nicht zufriedenstellend.
Mit den jetzt beschlossenen Konjunkturprogrammen hat die große Koalition kurzfristige Maßnahmen eingeleitet, um gerade auch Ausbildung und Qualifizierung zu stärken. Dazu gehört auch die Aufstockung der Zahl der Vermittler bei der Bundesagentur. Die SPD setzt sich außerdem für eine umfassende Reform des sogenannten Übergangssystems zwischen Schule und Ausbildung ein. Dazu gehört die strukturelle Weiterentwicklung des Fördersystems von Bund, BA und Ländern, der Abbau von Warteschleifen und mehr individuelle Unterstützung der Jugendlichen bei der Berufsfindung. In diesem Zusammenhang wollen wir auch die im vergangenen Jahr von Arbeitsminister Olaf Scholz eingeführte, geförderte Berufseinstiegsbegleitung ausweiten und dauerhaft verstetigen.
Das Ausbildungsjahr 2009 wird zur Bewährungsprobe werden. Ein Nachlassen des Engagements in Dortmund darf es nicht geben. Jetzt kommt es darauf an, das hohe Ausbildungsniveau trotz der konjunkturellen Krise zu halten und weiter zu stärken.


