Ausbildung sichern!
Zur aktuellen Situation auf dem Ausbildungsmarkt berichtet Marco Bülow:
„Die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt ist von großen Unsicherheiten geprägt. Die derzeitigen Prognosen für den Ausbildungsmarkt zeigen eine große Bandbreite und schwanken zwischen minus 3,0% bis minus 10% weniger Ausbildungsplätze bundesweit. Die Anzeichen mehren sich, dass in diesem Jahr nicht genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen werden.
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat daher zu vermehrten Anstrengungen aufgerufen und fordert, dass auch in diesem Jahr wieder 600.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen werden. Die Schaffung von ausreichend Ausbildungsplätzen trotz der wirtschaftlichen Krise für alle Ausbildungsplatzsuchenden ist sicher ein ehrgeiziges und wichtiges Ziel und verlangt intensive Anstrengung aller Akteure am Arbeitsmarkt.
In Dortmund stellte sich im Mai die Situation wie folgt dar: Seit Oktober 2008 meldeten sich 5.313 Bewerber/-innen für einen Ausbildungsplatz, dem gegenüber stehen im gleichen Zeitraum 2.668 Ausbildungsstellen. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies zum aktuellen Zwischenstand 9,3 % weniger Plätze. Zurzeit sind noch 1.300 Ausbildungsstellen unbesetzt.
In Dortmund gibt es eine Vielzahl von Bemühungen, die dringend notwendige Aufgabe zu stemmen, ausreichend Fachkräfte für die Zukunft unserer Stadt auszubilden. Beispielsweise wird über das Projekt „Zeitgewinn“ der Stadt Dortmund ein regionales Übergangsmanagement Schule – Arbeitswelt organisiert. Mit diesem auf fünf Jahre angelegten Projekt schafft die Stadt Dortmund in Zusammenarbeit mit anderen Partnern aus dem Schul- und Ausbildungsbereich, Voraussetzungen für einen besseren Übergang der Jugendlichen von der Schule in die Arbeitswelt.
Vor einer besonderen Situation stehen weiterhin die sogenannten Altbewerber. Von den 4.137 Dortmunder Bewerbern (im gesamten Agenturbezirk: 5.313), die sich seit Oktober 2008 als Ausbildungsplatzsuchende gemeldet haben, sind 2.297 (Bezirk: 2.915) und damit 55,5 Prozent (Bezirk: 54,9 Prozent) sogenannte Altbewerber.
Bundesweit geht man derzeit von einem Anteil von 46,8% Altbewerbern aus. Die Bundesregierung hat für diesen Personenkreis im vergangenen Jahr einen Ausbildungsbonus eingeführt. Der Bonus wird für Altbewerber ohne Schulabschluss, mit Sonderschulabschluss oder Hauptschulabschluss gezahlt, mit denen ein zusätzlicher betrieblicher Ausbildungsplatz besetzt wird.
Des Weiteren wird auch die zusätzliche Ausbildung von lernbeeinträchtigten oder sozial benachteiligten jungen Menschen gefördert, die bereits im Vorjahr oder früher die allgemein bildende Schule verlassen haben. Über die Zugehörigkeit eines Jugendlichen zur Zielgruppe des Ausbildungsbonus entscheidet/informiert die zuständige Arbeitsagentur. Ende des Jahres sollte jedoch der Erfolg des Ausbildungsbonus überprüft werden, um diese Maßnahme unter Umständen nachzujustieren.
Trotz aller Bemühungen gelingt es einigen Jugendlichen nicht einen passenden Ausbildungsplatz zu finden. Laut einer Studie der Friedrich Ebert Stiftung liegt der Anteil der Jugendlichen ohne Berufsschulabschluss bei rund 15%, dass sind etwa 1,45 Millionen zwischen 20 und 29 Jahren.
Angesichts der Wirtschaftskrise und den daraus möglicherweise entstehenden Folgen muss man auch die Situation von Auszubildenden im Auge haben, die aufgrund der Insolvenz ihres Arbeitgebers ihren Ausbildungsplatz verlieren. Bisher seien insgesamt 14 Auszubildende in Dortmund in diesem Jahr durch die Insolvenz ihres Ausbildungsbetriebs arbeitslos geworden. Davon konnten bis auf zwei Auszubildende alle an andere Betriebe weitervermittelt bzw. in außerbetrieblichen Ausbildungsstätten untergebracht werden. Im Vergleich zum Vorjahr sollen in diesem Jahr deutlich mehr Auszubildende von der Insolvenz betroffen sein, eine Statistik liegt hierzu allerdings nicht vor.
Der Bundestag wird hierzu noch in dieser Legislaturperiode auf Initiative der SPD-Bundestagsfraktion eine entsprechende Regelung für diesen Personenkreis beschließen. Mit einem Schutzschirm für Ausbildungsplätze soll den Jugendlichen schnell und unbürokratisch geholfen werden. So soll, wenn ein Betrieb es Lehrlingen ermöglicht ihre Ausbildung nach der Insolvenz ihres Betriebes fortzusetzen, diese zukünftig mit dem Ausbildungsbonus gefördert werden und zwar unabhängig davon, ob der Ausbildungsplatz in dem Betrieb zusätzlich eingerichtet wird oder der Azubi nur schwer vermittelbar ist.
Kostenlose Ausbildungsbroschüre neu aufgelegt:
Um den Jugendlichen zusätzliche Informationen zur Verfügung zu stellen, habe ich in diesem Jahr meine Ausbildungsbroschüre wieder neu aufgelegt. Die Broschüre enthält Hilfestellungen für Bewerbungen und eine Reihe an Kontakten, die den Jugendlichen bei der Stellensuche nützlich sein können. Interessierte bekommen die Ausbildungsplatzbroschüre in meinem Bürgerbüro in der Großen Heimstraße 72. Sie kann jedoch auch per Email als PDF-Datei angefordert werden unter: marco.buelow@wk.bundestag.de .


