19.09.16 13:12 Alter: 246 Tage

Hinkley Point: Fehlentscheidung mit teuren Folgen

Die britische Regierung hat nach einer zweimonatigen Überlegungsphase das grüne Licht zum Bau neuer Reaktoren am Standort Hinkley Point durch ein französisch- chinesisches Konsortium gegeben. Dazu erklärt der Dortmunder Bundestagsabgeordnete Marco Bülow: Statt die britische Energieversorgung konsequent nachhaltig und zukunftsgewandt umzubauen, entscheidet sich die britische Regierung für einen Schritt zurück und setzt wieder auf die alte, gefährliche und mit strahlendem Atommüll verbundene Atomtechnologie. Der Bau von Hinkley Point C mit geschätzten Baukosten von ca. 21 Milliarden Euro bindet über Jahrzehnte Kapital, das dann für Investitionen in Erneuerbare Energien fehlt.


Die Entscheidung widerspricht allen vernünftigen Argumenten. Die britischen Stromkunden müssen in Zukunft 35 Jahre lange in etwa das Doppelte des derzeitigen Strompreises zahlen, um dieses widersinnige Projekt zu finanzieren. Die britischen Steuerzahler sichern den Bau auch noch mit vielen Milliarden ab und sind nicht einmal mehr frei, sich in Zukunft gegen Atomenergie zu entscheiden, weil dann Strafzahlungen in Milliardenhöhe drohen. Und das Ganze für den Bau eines Reaktors, bei dem der Beweis aussteht, dass er einwandfrei und sicher funktioniert, schließlich ist weltweit noch kein EPR (European Pressurized Water Reactor) am Netz. Was man dagegen weiß, ist, dass es bei den beiden Projekten in Finnland und Frankreich nur Probleme gibt, und zwar so gravierende, dass sogar der für die Sicherheit entscheidend wichtige Reaktordruckbehälter betroffen ist und die Fertigstellung sich um etliche Jahre verzögert. Zudem haben die beiden beteiligten Unternehmen EDF und CGN wirtschaftliche Probleme und der chinesische Partner muss sich in den USA sogar mit Spionagevorwürfen auseinander setzen. Die Entscheidung ist daher nicht nachvollziehbar. Die Briten werden wohl leider eine teure Lektion lernen müssen.