25.04.17 15:27 Alter: 34 Tage

Ein Tschernobyl mitten in Westeuropa verhindern!

Am 26. April jährt sich der Super-GAU von Tschernobyl zum 31. Mal. In unmittelbarer Nähe zur deutschen Grenzen stehen in europäischen Nachbarländern mehrere alte Reaktoren mit Laufzeiten von mehr als 30 Jahren, z.T. sogar mehr als 40 Jahren. Dazu erklärt der Bundestagsabgeordnete Marco Bülow:


Man stelle sich vor, ein Super-GAU wie in Tschernobyl vor genau 31 Jahren würde heute im dicht besiedelten Teil Westeuropas passieren. Durch die Katastrophe wurde in der damaligen UDSSR eine Fläche von 200.000 Quadratkilometern kontaminiert. Zu dem Zeitpunkt lebten dort 7,2 Millionen Menschen. Zum Vergleich:  Nordrhein-Westfalen ist mit nur ca. 34.000 Quadratkilometer ein Sechstel so groß, hier wohnen aber ca. 18 Millionen Menschen. Nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt stehen z.B. in Belgien alte gefährliche Schrottreaktoren. Mit jedem Tag längeren Betriebs steigt das Risiko eines nuklearen Unfalls.

 

Bei einer Atomkatastrophe wie in Tschernobyl würden aufgrund des vorherrschenden Westwindes Teile NRWs unbewohnbar werden, Menschen müssten evakuiert werden, Menschen würden verstrahlt und in der Folge evtl. sogar sterben. Auch, wenn dieses Szenario nicht wahrscheinlich ist, so ist es doch leider auch nicht völlig auszuschließen. Trotzdem sind die Atomkraftwerke nicht annähernd für einen solchen Fall versichert. Bei ausreichender Versicherung müssten die AKW nämlich aufgrund von absoluter Unrentabilität sofort abgeschaltet werden. Folgekosten in dreistelliger Milliardenhöhe wären bei einem Super-GAU hier bei uns wohl realistisch geschätzt. Sollten die betroffenen Menschen und die betroffene Region dann nicht allein gelassen werden, müsste der deutsche Steuerzahler aufgrund dieser Unterversicherung einspringen.

 

Der Weiterbetrieb dieser alten Risikoreaktoren ist also in keiner Weise zu rechtfertigen. Daher setze ich mich für ein sofortiges Abschalten der grenznahen AKW in Belgien, Frankreich, Tschechien und der Schweiz ein.