21.02.17 10:03 Alter: 37 Tage

Sozialwende jetzt!

Am gestrigen Welttag der sozialen Gerechtigkeit veröffentlichte der Dortmunder Bundestagsabgeordnete Marco Bülow ein umfangreiches Dossier zum Thema Ungleichheit. Er ist momentan in Dortmund auf „Sozialtour“. Dazu erklärt Marco Bülow: Es ist nicht hinnehmbar, dass in einem reichen Land wie Deutschland die Ungleichheit so groß ist.


© Frank Siekmann

Beispielsweise besitzen 10 Prozent der deutschen Haushalte über 60% des Vermögens, die untere Hälfte besitzt gerade einmal 1-3%. Damit weist Deutschland die höchste Vermögensungleichheit in der Eurozone auf. Die Mittelschicht schmilzt und die soziale Mobilität nimmt immer weiter ab. Heute gilt mehr als vor zwanzig Jahren: Wer einmal arm ist, bleibt es wahrscheinlich auch.

 

In der politischen und öffentlichen Diskussion hat dieses Thema aber leider immer noch nicht den Stellenwert, den es eigentlich haben müsste. Ich habe die wachsende Ungleichheit zu meinem Schwerpunktthema der laufenden Legislaturperiode gemacht, mich bereits mit vielen Experten hierzu ausgetauscht und Veranstaltungen durchgeführt.

 

Jetzt bin ich auf "Sozialtour" in Dortmund, d.h. ich besuche eine Reihe sozialer Einrichtungen, um einen direkten und lebensnahen Einblick in bestehende soziale Probleme in meinem Wahlkreis zu bekommen. Es geht um die Betroffenen, aber auch um diejenigen, die in dem Bereich arbeiten oder ehrenamtlich tätig sind und deren Arbeit man gar nicht genug wertschätzen kann.

 

Außerdem habe ich in Eigenarbeit ein umfassendes Dossier (http://www.marco-buelow.de/fileadmin/marco-buelow.de/PDFs/4_Arbeit_Wirtschaft/2017-02-15_Marco_Bu__low_-_DOSSIER_Wachsende_Ungleichheit.pdf) erstellt. Hier schlagen sich nicht nur Fakten und Analysen nieder, sondern findet sich vor allem auch ein konkreter Forderungskatalog. Das Dossier wird die Richtschnur meines Engagements und ich werde damit die politischen Entscheidungsträger konfrontieren.

 

Für mich ist klar: Wir brauchen eine Sozialwende. Dies muss die politische Hauptaufgabe werden, weil wir sonst den sozialen Frieden und den Wohlstand gefährden und die Unzufriedenheit der Menschen immer weiter steigt. Dies ist eine tickende Zeitbombe, sowohl sozialer Art, als auch in der Hinsicht, dass rechte Kräfte von dieser Stimmung profitieren.

 

 

Wir brauchen Chancengleichheit und alle - nicht nur 10% - sollten vom Wachstum profitieren. Insbesondere die Kommunen müssen mehr Hilfe erhalten, um Maßnahmen vor Ort finanzieren zu können. Geld ist genug da. Es gibt viele Möglichkeiten - ohne höhere Gesamtsteuern, aber durch Subventionsabbau, Steuerumverteilung und andere Elemente - Maßnahmen zu finanzieren, die uns wirtschaftlich voranbringen, die Chancengleichheit erhöhen und die Ungleichheit vermindern.