10.03.17 10:33 Alter: 80 Tage

Fukushima: Kann man Probleme nicht lösen, verleugnet man sie!

Am 11. März jährt sich der Super-GAU von Fukushima zum sechsten Mal. Ende März soll die Evakuierung des Ortes Iitate aufgehoben werden, obwohl nach Messungen von Greenpeace die Strahlung noch immer deutlich über dem angestrebten Wert liegt. Die Kompensationszahlungen für die Betroffenen sollen im Sinne TEPCOs 2018 eingestellt werden. Dazu erklärt der Bundestagsabgeordnete Marco Bülow:


Sechs Jahre nach der Katastrophe von Fukushima sind die meisten gravierenden Probleme noch immer ungelöst: Die extreme Strahlung im Reaktorinneren lässt eine Bergung des radioaktiven Materials nicht zu, noch immer fließen jeden Tag Unmengen von verseuchtem Kühlwasser ins Meer, die Menge an kontaminiertem Material wächst immer weiter, ohne dass es eine sinnvolle Lösung für die sichere Entsorgung gibt und trotz Dekontaminierungsarbeiten sind die Strahlenwerte in den das AKW Fukushima-Daiichi umgebenden Orten noch erhöht.

 

Dass Strahlenflüchtlinge nun trotzdem animiert werden, in ihre immer noch verstrahlte Heimat zurückkehren, ist mehr als grob fahrlässig. Nach dem Motto: wenn wir die Probleme nicht lösen können, tun wir einfach so als gebe es die Probleme nicht. Radioaktivität kann man nicht sehen und die gesundheitlichen Folgen kommen häufig nur schleichend. Diese Fakten macht sich die Regierung zu Nutze, um den Betroffenen Sicherheit vorzugaukeln. Sie folgt damit dem immer wiederkehrenden Handlungsmuster, aufgrund der nicht beherrschbaren Folgen von Verstrahlung, diese zu verharmlosen.

 

Uns sollte dieses Verhalten wachrütteln und verstärkt motivieren, das Risiko für zukünftige Verstrahlung zu minimieren, indem wir uns international für eine Abkehr der Atomenergienutzung einsetzen und bis dahin für eine Erhöhung der Sicherheitsanforderungen in Atomkraftwerken. Denn auch in Europa haben wir nicht wirklich dazu gelernt, wie der für uns gefährliche Weiterbetrieb von veralteten Pannenreaktoren in Belgien, Frankreich und der Schweiz zeigt. Wir brauchen endlich einen Fahrplan für einen europaweiten Atomausstieg.