31.03.17 15:21 Alter: 26 Tage

Neue Perspektiven für Langzeitarbeitslose

Bundesarbeits- und sozialministerin Andrea Nahles hat heute in Dortmund gemeinsam mit dem Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen Rainer Schmeltzer ihr Eckpunktepapier zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit vorgestellt. Ziel soll es sein Langzeitarbeitslosen neue Chancen zu eröffnen und ihnen die Teilhabe am Arbeitsmarkt zu erleichtern. Hierzu erklärt Bundestagsabgeordnete Marco Bülow:


Ich freue mich darüber, dass Langzeitarbeitslose in Dortmund über dieses Programm eine echte Chance auf dem Arbeitsmarkt erhalten sollen. Ich setze mich schon seit langem für einen sozialen Arbeitsmarkt in Dortmund ein, um die verfestigte Langzeitarbeitslosigkeit gerade hier in der Region aufzubrechen. Das vorgestellte Konzept ist ein guter Schritt in die richtige Richtung.

 

In Dortmund sind etwa 43,9% der Arbeitssuchenden Langzeitarbeitslose. Im Versicherungsbereich (SGB III) waren 2016: 997 als Langzeitarbeitslose gemeldet und in der Grundsicherung (SGB II) 14.765.

 

Die Teilnahme am Arbeitsmarkt und somit der Erhalt bezahlter Arbeit ist in unserer Gesellschaft die Voraussetzung für Selbstbestimmung, Anerkennung und gesellschaftliche Teilhabe. Arbeit ist mehr als bloßes Geldverdienen, sie entscheidet über die soziale Stellung und soziale Zugehörigkeit. Keine Arbeit zu haben führt oft zum Ausschluss aus dem sozialen Leben, so kommt es auch, dass längere Zeiten der Arbeitslosigkeit bei den Betroffenen häufig psychische und physische Erkrankungen zur Folge haben. Wir müssen deshalb alle Kräfte bündeln, um die Langzeitarbeitslosigkeit zu bekämpfen.

 

Ich setze mich daher weiterhin dafür ein, dass es einen öffentlich geförderten, sozialen Arbeitsmarkt gibt.

 

Weitere Informationen:

Anknüpfend an das Bundesprogramm "Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt" sollen diejenigen eine langfristige Perspektive erhalten, die schon besonders lange arbeitslos sind.

 

Zu den Kernpunkten des Ansatzes gehört ein Zuschuss zum Arbeitsentgelt, im ersten Jahr in Höhe von 100 Prozent. Nach jedem weiteren Jahr reduziert sich der Zuschuss um je 10 Prozentpunkte. Die maximale Förderdauer liegt bei fünf Jahren und ist daran gebunden, dass Langzeitarbeitslose ein reguläres, sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis bei Arbeitgebern der freien Wirtschaft, sozialen Einrichtungen oder Kommunen aufnehmen. Darüber hinaus ist im ersten Jahr die Teilnahme an einem Coaching obligatorisch. Die Kosten hierfür sollen vollständig übernommen werden.

 

Profitieren sollen Personen, die seit mindestens acht Jahren Leistungen nach dem SGB II beziehen und in dieser Zeit nicht oder nur kurz selbständig oder abhängig beschäftigt waren. Die Maßnahme richtet sich damit an diejenigen, deren Chance, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, besonders gering ist. Ihnen soll der Weg in Arbeit weiter geebnet werden.