Alle Ressourcen aufgebraucht – ab heute leben wir auf „Pump“

Heute haben wir alle natürlichen Ressourcen, die uns in diesem Jahr zur Verfügung stehen, aufgebraucht. Das heißt alle Ressourcen, die ab heute verbraucht werden, können nicht mehr regeneriert werden. Dieser vom Global Footprint Network errechnete Earth Overshoot Day kommt in jedem Jahr früher, dieses Jahr 6 Tage früher als im letzten Jahr. 1987 lag dieser Tag noch am 19. Dezember!

Die wachsende Weltbevölkerung verbraucht also jedes Jahr mehr Ressourcen. Das Problem aber allein auf die wachsende Bevölkerung in Entwicklungsländern zurückzuführen, ist falsch. Denn schließlich sind wir es, in den reichen Industrieländern, die am meisten dieser Ressourcen pro Kopf verbrauchen. Wir sind daher nicht nur hauptverantwortlich für den Verbrauch, wir animieren mit unserem Lebensstil auch noch viele andere, es uns gleich zu tun, sobald die ökonomischen Möglichkeiten dies zu lassen.

Zu denken, es klappt ja doch irgendwie, weil man den Earth Overshoot Day in Deutschland nicht unmittelbar deutlich zu spüren bekommt, ist falsch. Wir Deutschen verbrauchen jedes Jahr ungefähr doppelt so viele Ressourcen, wie uns zustehen. Es ist aktuell eine Frage von Gerechtigkeit gegenüber Menschen in anderen Teilen der Welt und bezogen auf die Zukunft eine Frage der Gerechtigkeit gegenüber folgenden Generationen auch in Deutschland, dies zu ändern. Wir dürfen trotz unseres Wissens nicht so lange warten bis auch hier katastrophale Zustände herrschen, sondern müssen unsere Potentiale im Bereich Effizienz und Nachhaltigkeit viel stärker ausschöpfen.

Einige Fakten:

·         Beim Verbrauch von Ackerland, um einen Menschen zu ernähren, liegt Deutschland auf Platz 15 von 182 Staaten, dies ist besonders auf unseren hohen Fleischkonsum und dem damit nötigen Anbau von Futtermitteln zurückzuführen.

·         Das Mittelmeer ist zu 88% überfischt, der Nordatlantik zu 39%.

·         In vielen Ländern wird (sauberes) Wasser immer knapper, so dass Wasser zu einem Hauptkonfliktthema und zukünftig immer häufiger zu einem Fluchtgrund wird.

·         Nur noch 30% der gesamten Landfläche der Erde sind bewaldet. Tendenz stark abnehmend.

·         2014 war das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung, weil der weltweite CO2-Ausstoß durch Verbrennung von Kohle, Gas und Öl in der Industrie, in den Haushalten und im Verkehr nach wie vor steigt.

Hier findet sich mein Infopapier „Bülow Konkret: Die Grenzen der Erde – Was spricht für mehr Ressourceneffizienz?“