Atomdebatte ohne Sinn

Zur aktuellen Diskussion über die Zukunft der Atomkraft erklärt der umweltpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Marco Bülow:

Den Gralshütern der Atomkraft ist bekanntlich jeder Vorwand recht, ihre Gebetsmühlen anzuwerfen, um eine“Renaissance der Atomkraft“ herbeizureden.Gerade erst musste der Streit um Preise und Transitrechte zwischen Russland und Weißrussland dafür herhalten, um aus der sicherlich relevanten Frage nach unserer zunehmenden Abhängigkeit von Erdöllieferung aus politisch schwierigen Regionen eine neue Atomdiskussion zu entfachen.

Der für alle nüchternen Betrachter auf der Hand liegende Mangel an Sinnzusammenhang zwischen Erdöl und Atomstrom störte dabei kaum. Dennoch propagieren Politiker der Union, dass wir wegen der Importabhängigkeit von Gas und Öl unbedingt Atomkraft brauchen, obwohl Atomkraft bekanntlicher Weise kein Gas oder Öl, sondern Strom liefert. Zudem weiß auch jeder mit nur wenig Fachverstand, dass Deutschland über keine Uranvorräte verfügt.

Anstatt über Zukunftstechnologien und heimische Ressourcen, über Energieeffizienz und Erneuerbare Energien, wird über die Unverzichtbarkeit von Uran geredet, als ob wir damit Auto fahren und unsere Wohnungen heizen würden.