Auch Kanzlerkandidat in offenem Prozess bestimmen

Die SPD-Spitze muss raus aus den Hinterzimmern

Die Privilegien, die momentan einige wenige Personen besitzen, müssen auf die Mitglieder und Sympathisanten verteilt werden. Immer mehr Menschen wenden sich ab von den etablierten Parteien. Dagegen sollten wir eine sachorientierte, aber auch leidenschaftliche Politik setzen und moderner werden, mehr Transparenz und Offenheit wagen. Dies wird von einer Partei wie der SPD erwartet.

Formsache, denn natürlich wird der Parteitag den Vorschlag absegnen, egal welche Vorbehalte es vielleicht geben mag. In den meisten Fällen gibt es sowieso nur zwei Personen, die in Betracht gezogen werden, ein offener Prozess oder die Beteiligung der Mitglieder – Fehlanzeige. Damit vergibt die SPD eine große Chance für ein Aufbruchssignal und für eine lebendige Debatte innerhalb der Partei. Dieses Prozedere ist mehr als antiquiert und es war noch nie besonders demokratisch.

Es ist Zeit für neue Wege

Wir brauchen eine offene und breit angelegte Suche nach unserem Spitzenpersonal, sei es für die Kandidatur für das Kanzleramt, das Bundespräsidialamt oder den Parteivorsitz. Wir brauchen Alternativen und die Möglichkeit, dass sich auch Menschen bewerben, die nicht qua Amt in Frage kommen, die neue Ideen und Inhalte präsentieren. Jeder, der sich berufen fühlt, könnte kandidieren in einem Prozess, bei dem das Ergebnis nicht vorher feststehen würde. Am Ende könnte die Urwahl stehen. Dies böte eine Chance, dass sich mehr Menschen für die SPD und deren Personal interessieren und in der Partei mitmachen. In anderen Ländern konnten mit solchen Auswahlverfahren enorm viele Menschen begeistert und mobilisiert werden.

Ich werde mich jedenfalls weiter in verschiedenen Bereichen dafür einsetzen, dass die SPD ihre Strukturen und Abläufe verändert und demokratisiert. Ob dies nun beim Umgang mit dem Parteiensponsoring, mit Lobbyisten oder mit internen Aufstellungen oder Mitgliederbefragungen ist.

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