Fußball muss bezahlbar bleiben

_© Susie KnollUm Fußballübertragungen zu schauen, sind ab der morgen beginnenden Bundesligasaison drei kostenpflichtige Abonnements nötig. Mehrere Sender, wie Sky, Eurosport, DAZN teilen sich zukünftig den Markt. Dazu erklärt der Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow:

Es darf nicht sein, dass Fußball sich zur Elite-Sportart entwickelt und immer mehr Fans mit geringem Einkommen nicht mehr teilhaben können. Die Entwicklung im TV-Bereich ist mittlerweile sehr bedenklich. BVB live im TV zu sehen, ist so kompliziert und so teuer wie noch nie. Wer alle Spiele sehen will, muss mehr zahlen als jemals zuvor.

Die Anstoßzeiten werden immer weiter zerstückelt. Mittlerweile ist es schwer, den Überblick zu behalten, welches Medium welches Spiel überträgt. Freitags, samstags, sonntags und jetzt auch montags gibt es Bundesliga-Spiele.

Viele Kneipen zeigen die Spiele nicht mehr, weil das alles zu teuer geworden ist und sie keine schnelle Internetverbindung haben, damit die die Live-Streams problemlos laufen. Somit bleibt Fans, die keine Bezahlabonnements für zu Hause abgeschlossen haben, nicht einmal mehr die Möglichkeit in der Kneipe Fußball zu schauen.

Milliarden werden für die Fernsehrechte ausgegeben. Fußball ist immer mehr nur noch ein Produkt zum schnellen Geldverdienen. Das ist keine gute Entwicklung. Wir müssen sehr aufpassen, dass der Volkssport Fußball damit nicht seine Fans verliert. Immer mehr wenden sich bereits vom Profifußball ab. Dabei lebt der Fußball von seiner Breitenwirkung.

Ich halte es für wichtig, dass sich die Politik viel mehr mit dieser Entwicklung beschäftigt.Wie weit soll an der Preisschraube denn noch gedreht werden? Gehört es zum Beispiel nicht zum Auftrag der öffentlich-rechtlichen TV-Sender, die Champions-League zu zeigen? Müssen die Zerlegungen der Anstoßzeiten immer weiter und weiter gehen?

Viele Fragen müssen diskutiert werden. Vor allem die Fans müssen hierbei miteinbezogen werden, wenn Fußballübertragungen auch in Zukunft noch die breite Bevölkerung quer durch alle Schichten mitreißen soll. Ich möchte daher mit Experten aus der Fanszene unter anderem zu diesem Thema an Vorschlägen arbeiten, wie der friedliche Fan-Protest in der Politik und bei DFB/bei der DFL mehr Gehör finden kann.