Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft blockiert seit Jahren systematisch Klimapolitik

Zur heutigen Demonstration der Fridays-for-Future-Bewegung vor der Zentrale der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft in Berlin erklärt der Bundestagsabgeordnete Marco Bülow:

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) vermittelt durch ihren Namen den Eindruck, sozial und gemeinnützig zu sein, dabei verfolgt sie Profitinteressen von einzelnen Unternehmen. Sie wird vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall mit 7 Mio. Euro pro Jahr finanziert. Durch ihre Einflussnahme blockiert sie schon seit Jahren systematisch Klimaschutzpolitik.

Das erreicht die Initiative v.a. durch Netzwerke mit Politiker*innen von CDU/CSU, FDP und SPD. Über die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten soll zudem Neutralität und Unabhängigkeit suggeriert werden. Diese Institute werden jedoch vollständig oder zu Teilen von Unternehmen und Arbeitgeberverbänden finanziert (z.B.: IW, RWI, EWI).

Die Klimaschutzpolitik beeinflusst sie negativ seit 2012 mit einer Kampagne zur Energiewende. Auch auf ihren politischen Druck hin wurde die Erneuerbaren-Energien-Förderung immer weiter abgebaut. Wir haben dadurch überlebenswichtige Jahre im Klimaschutz verloren, obwohl wir genau diese Zeit nicht haben.

Folgenreichste Entscheidungen in Bezug auf die Erneuerbaren Energien:

  • EEG-Novelle 2010 (PV-Novelle): Absenkung der Förderung für Solarstrom
  • EEG-Novelle 2014: Absenkung der Förderung für Bioenergie
  • EEG-Novelle 2016: Absenkung der Förderung für Windkraft
  • EEG-Novelle 2017: Umstellung auf Ausschreibungen
  • Abstandsregelungen der Länder für Windkraftanlagen
  • 1. Halbjahr 2019: Windkraftausbau kommt fast zum Erliegen

Es ist abzusehen, dass die INSM auch heute weiter im Sinne der Konzerne versuchen wird, Klimagesetze zu beeinflussen. Entsprechend der CDU-Linie spricht sie sich bereits gegen eine CO2-Steuer aus. Vor dem Hintergrund einer drohenden Klimakatastrophe ist dieses Vorgehen durch nichts zu rechtfertigen.