Kana Suppenküche – bedingungslose Hilfe

„Im Sommer 1991 begannen 10 Menschen damit auf ihren Herden zu Hause Eintöpfe und Suppen für Obdachlose und Arme zu kochen. Wir verteilten das Essen in der Nordstadt, aßen gemeinsam mit den Menschen und kamen ins Gespräch“, erklärt mir Frau Danowski, nach einem freundlichen Empfang in den Räumlichkeiten der Kana Suppenküche. Im Jahr 1992 gründete sich der Verein Kana Dortmunder Suppenküche e.V.

Tragendes Element der Arbeit ist die bedingungslose Hilfe. Jeder ist willkommen, es werden keine unangenehmen Fragen gestellt. Dieses offene Konzept nehmen täglich bis zu 300 Menschen wahr. „Vor allem am Monatsende werden es mehr“, erzählt mir Frau Danowski.

Ein Stamm aus 80 ehrenamtlichen Mitarbeitern versorgt die Menschen jeden Tag. Der Verein trägt sich ausschließlich aus Spendengeldern, öffentliche Gelder werden nicht angenommen. Man möchte sich nicht vor einen Karren spannen lassen. Einmal im Jahr wird eine Erntedank-Aktion ins Leben gerufen, diese füllt den Spendenkeller meistens für einige Wochen. Nicht nur Lebensmittel, auch Schlafsäcke und Decken werden gespendet.

„Doch die Arbeit ist nicht leicht. Man wird mit Schicksalen konfrontiert und manchmal hat man auch das Gefühl nicht alle mitnehmen und erreichen zu können“, bemerkt Frau Danowski.

Niedrigschwellige Angebote sind rar, so kooperiert die Suppenküche mit dem Gasthaus und BoDo e.V. um obdachlosen Menschen in Dortmund bestmöglich helfen zu können. Auch mit anderen Suppenküchen und Vereinen steht man im stetigen Austausch.

Die Not auf den Straßen ist groß, gerade im Winter. „Viele kommen dann noch nicht mal zur Suppenküche, da sie Ihren „guten Schlafplatz“ nicht aufgeben wollen und sichern müssen“ berichtet Frau Danowski. Zum Tag der Armut 2019 veröffentlichte die Suppenküche gemeinsam mit anderen Initiativen einige Forderungen um die Bedingungen für obdachlose Menschen zu verbessern:

• Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, keine Vertreibung aus öffentlichem Raum
• Öffnung von geschützten, trockenen öffentlichen Räumen bei Minustemperaturen
• Housing first, mehr Hilfsangebote an den Bedürfnissen der Menschen orientiert
• Bezahlbaren Wohnraum schaffen

„Ein Austausch zwischen verschiedenen Lebenswelten findet kaum noch statt. Werte wie Mitgefühl und Empathie sollten wieder in den Mittelpunkt unserer Gesellschaft rücken“, schließt Frau Danowski.

Ich danke für diese wertvollen Eindrücke und das Gespräch.