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Fukushima mahnt zur Energiewende

Anlässlich der atomaren Katastrophe im japanischen Fukushima vor genau einem Jahr hat der Dortmunder Bundestagsabgeordnete Marco Bülow am Samstag, 10. März 2012 zu einer Mahnwache am Platz von Hiroshima in der Dortmunder-Innenstadt aufgerufen:

Deutschlandweit gab es am vergangenen Wochenende zahlreiche Veranstaltungen zum Gedenken an die Katastrophe in Fukushima, an denen sich zahlreiche Menschen beteiligt haben.

Auf der in Dortmund initiierten Mahnwache vom Bundestagsabgeordneten Marco Bülow sprachen eine Vertreterin der Dortmunder Gruppe der IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.), Frau Dr. Inge Zeller, und der Dortmunder Abgeordnete über die Auswirkungen der Katastrophe in Japan vor genau einem Jahr, bei der weit über 100.000 Menschen ihre Heimat verloren hatten. Die Mahnwache begann mit einer Schweigeminute für die Opfer der Naturkatastrophe und der atomaren Strahlung in Fukushima.

Beide machten in ihren Reden klar, dass die Katastrophe in Japan nicht nur eine Verkettung unglücklicher Zufälle war, sondern dass die Atomkraft nach wie vor eine vom Menschen unbeherrschbare Technologie mit zerstörerischem Potenzial sei. Marco Bülow warb außerdem für eine Energiewende in Deutschland, die es ernst meine mit der Umstellung der Energiegewinnung in Deutschland. Viele Vorhersagen der Atomlobby über steigende Strompreise und mögliche Stromausfälle im Winter haben sich dagegen als bloße Panikmache erwiesen.

Marco Bülow warnte davor, den Kampf um die Atomkraft in Deutschland bereits als erledigt zu sehen. Erst in der letzten Woche zeigten sich im Bundestag Vertreter der CDU erneut als Atomkraftbefürworter.

"Die CDU hat in der Debatte im Deutschen Bundestag in der letzten Woche gezeigt, dass sie trotz des Atomausstiegs immer noch mit dem Gedanken einer längeren Nutzung der Atomkraft in Deutschland spieltgleichzeitig stellt sie sich jedoch den Bürgerinnen und Bürgern als die Partei dar, die den Ausstieg in Deutschland umgesetzt hat. Dies zeigt, dass wir auch weiterhin um den Atomausstieg und für eine Energiewende in Deutschland kämpfen müssen, die diesen Namen auch verdient hat", so der Dortmunder Abgeordnete.

Weitere Informationen über den Atomausstieg und über die Energiewende findet man auch in einem Informationspapier des Bundestagsabgeordneten.

Ein Jahr Fukushima: Atomdebatte noch lange nicht beendet

Zum ersten Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima, der zu diesem Anlass stattgefunden Plenardebatte im Deutschen Bundestag und am Samstag, 10. März 2012, um 15-16 Uhr am Platz von Hiroshima stattfindenden Mahnwache erklärt der Dortmunder Bundestagsabgeordnete Marco Bülow:

Ein Jahr nach der tragischen Katastrophe von Fukushima sind noch immer nicht die notwendigen Konsequenzen gezogen worden. Tausende Japaner haben durch die Naturkatastrophe Angehörige und Freunde verloren. Durch den folgenden Super-Gau müssen diese Menschen auch noch den Verlust ihrer Heimat und häufig auch ihrer Erwerbsgrundlage bewältigen. Dass der CDUAbgeordnete Michael Paul die Folgen der Nuklearkatastrophe heute im Plenum so eklatant herunterspielt, zeigt nicht nur, welch Geistes Kind viele in der Union sind, sondern verhöhnt auch die Opfer. Dieses schlimme Schicksal sollte uns vielmehr dazu ermahnen, alles dafür zu tun, dass so etwas nicht noch einmal passiert.

Um das sicherzustellen, müssen wir so schnell wie möglich komplett raus aus der Atomenergie und vollständig auf sichere und saubere Erneuerbare Energien umstellen. Seit Union und FDP aus purer Wahlkampftaktik den erneuten Atomausstieg beschlossen haben, ist nichts mehr passiert. Im Gegenteil: Sie beschleunigen die Energiewende nicht, sondern bremsen diese aus. Dabei ist erstaunlich, dass ausgerechnet diejenigen behaupten, die an die Unfehlbarkeit der Atomenergie glaubten und sich ein wodurch auch immer bedingtes Versagen der extrem komplexen Atomtechnologie nicht vorstellen konnten, mit der relativ einfachen Technik der Erneuerbaren Energien sei in naher Zukunft keine Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Sie behaupten, wir seien technisch noch nicht so weit, ein paar Windkrafträder, Solaranlagen und Biomassekraftwerke mit Speichern sowie eventuell kleinen Gas-und-Dampf-Kombikraftwerken und KWK-Anlagen so zu verbinden, dass verlässlich immer Strom fließt. Dabei ist das möglich – wenn wir es wollen.

Nach dem 11. März 2011 konnten entgegen vorher verbreiteter Schauermärchen, in Deutschland würden die Lichter ausgehen, acht Atomkraftwerke mit einem Schlag vom Netz genommen werden. Plötzlich redeten auch Union und FDP vom Atomausstieg. Wie wenig Überzeugung hinter diesem Vorgehen steckt, zeigt das fehlende Engagement, den Atomausstiegsgedanken konsequent weiter zuführen. Es wird weder die Abschaltung grenznaher Uraltreaktoren z.B. in Frankreich oder Tschechien gefordert noch gegen AKW-Neubauten in Nachbarländern Einspruch erhoben. Man lebt weiter mit dem alten Euratom-Vertrag, der die Förderung der Atomenergie als Ziel hat, statt sich für einen europaweiten Atomausstieg einzusetzen. Die Spitze der Doppelmoral: Man schaltet in Deutschland Reaktoren aus Sicherheitsgründen ab und will gleichzeitig mit 1,3 Milliarden Euro an deutschen Steuergeldern den Bau eines AKW in Brasilien absichern, das in einer Erdrutschregion liegt und nicht ansatzweise deutschen Sicherheitskriterien entsprechen wird.

Wir wollen keine hohlen Phrasen mehr wie von Kanzlerin Angela Merkels Marketingexperten Norbert Röttgen hören, sondern endlich Taten sehen. Ich fordere daher den Atomausstieg konsequent – auch international – zu Ende zu führen und endlich alle Maßnahmen zu ergreifen, um die Energiewende so schnell wie möglich umzusetzen.