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Interview mit Umweltpreisträger Dr. Volker Hauff

Diese Woche findet die B.A.U.M. Jahrestagung und Preisverleihung 2015 zum Thema „Angebot mit Zukunft gestalten – Nachhaltigkeit in der Entwicklung innovativer Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle“ in Dortmund statt.

Ich interviewte Dr. Hauff, der international maßgeblich zum Konzept der Nahhaltigen Entwicklung beigetragen und die Nachhaltigkeitsdiskussion in Deutschland in den letzten 30 Jahren ganz erheblich geprägt und vorangetrieben hat.

In Anerkennung dieser Verdienste erhält er den B.A.U.M. Umweltpreis 2015 in der Kategorie "Lebenswerk". 

Planung und Umsetzung des B1-Tunnels vorantreiben

Die Planung und der Bau des B1-Tunnels kommen nicht voran. Dazu erklärt der Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow: „Die Planung und der Bau des B1-Tunnels verzögern sich weiter. Wie angekündigt habe ich mich an das zuständige Bundesverkehrsministerium gewandt, mit der Bitte mich über den aktuellen Planungsstand zum B 1-Tunnel zu informieren.

Mir wurde mitgeteilt, dass vom Land NRW der gesamt Streckenzug der A40, von der Anschlussstelle Dortmund bis zum Autobahnkreuz Dortmund/Unna, zur Bewertung im Rahmen der Planungen zum Bundesverkehrswegeplan angemeldet wurde. Alle Verkehrsprojekte werden nun gesamtwirtschaftlich und hinsichtlich u.a. städtebaulicher Aspekte beurteilt. Auf Grundlage dessen wird ein erster Entwurf mit den Projektträgern diskutiert. Anschließend soll dann noch in diesem Jahr das Bundeskabinett den Bundesverkehrswegeplan auf Grundlage der öffentlichen Konsultationsverfahren beschließen. 

Erst im Herbst 2016 soll dann der Deutsche Bundestag über die Dringlichkeitsstufen einzelner Verkehrsprojekte und somit auch über den Bau eines B1-Tunnels in Dortmund vom Bundestag entscheiden. Dies halte ich für deutlich zu spät.

Das Projekt ist nach wie vor wichtig und eine schnelle Umsetzung, unter aktiver Einbeziehung der Anwohner*innen, wäre von großer Bedeutung für die Lebensqualität der Menschen, besonders derer, die in unmittelbarer Nähe zur B1 wohnen.

Der Tunnel hätte erhebliche Verbesserungen bei den Lärmemissionen für die Anwohner*innen zur Folge. Darüber hinaus fordere ich den Einbau eines speziellen Luftfiltersystems, das die Abgase und den Feinstaub vor dem Austritt aus dem Tunnel herausfiltert. Das ist besonders deshalb wichtig, weil zukünftig eher mehr, als weniger Verkehr durch das Ruhrgebiet und damit auch über die B1 fließen wird.

Der Bau des B1-Tunnels ist ein wichtiges Anliegen der Anwohner*innen. Ich setze mich daher in meiner Fraktion für eine schnelle Realisierung dieses Projekts ein und werde weiter an dem Thema dran bleiben."

Keine Augenwischerei bei UN-Waldbericht!

Zur Weltwalderhebung 2015 der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO erklärt der Dortmunder Bundestagsabgeordnete und zuständige Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion Marco Bülow: Wenn wir Erkenntnisse über den Zustand der weltweiten Wälder gewinnen wollen, dann müssen die regelmäßigen Waldberichte so ehrlich und kritisch wie möglich erstellt werden. Es ist Augenwischerei, wenn die immer größer werdende Fläche an Plantagenwald unter dem Ausdruck „gepflanzter Wald“ mit anderen Wiederaufforstungsprojekten in einen Topf geworfen und die Statistik damit geschönt wird. Der CO2-Speicherungseffekt ist nicht vergleichbar, allein schon weil dieser Wald in 20 Jahren wieder abgeholzt wird. Auch als Lebensraum spielt Plantagenwald eine geringe Rolle.

Eine Organisation wie die FAO darf sich nicht von der Holzindustrie oder Ländern, in denen diese stark ist, beeinflussen lassen. Es ist auch zweifelhaft, dass sich der Bericht der FAO vor allem auf Angaben aus den einzelnen Ländern stützt, obwohl klar ist, dass es unter ihnen einige Staaten gibt, die ein Interesse daran haben, die Daten zu beschönigen, weil ansonsten der Druck steigen würde, die örtliche Holzwirtschaft einzuschränken und mehr ursprünglichen Wald unter Schutz zu stellen.

Es ist auch offensichtlich, dass es noch zu wenige Detailkenntnisse darüber gibt, wo sich der Wald wie entwickelt. Erst wenn wir einen genauen, ehrlichen Überblick haben, können wir Schlüsse ziehen, wo die Entwicklung wirklich positiv oder negativ ist. Es nutzt wenig, einem Land zu attestieren, dass die Waldfläche wächst, wenn in Wirklichkeit Primärwälder abgeholzt werden und nur die Fläche an Holzplantagen steigt.

Eines stellt der Bericht aber klar: weltweit geht die Waldfläche weiterhin zurück, nur langsamer und nicht mehr so katastrophal schnell wie in den 90er Jahren. Daher gibt es noch keinen Grund aufzuatmen.

Grundsätzlich kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, dass Wald nicht gleich Wald ist. Ganz oben steht Primärwald, der am meisten CO2 speichert, die höchste Artenvielfalt aufweist und zum Teil Lebensraum für bedrohte indigene Völker ist. Am ganz unteren Ende dagegen steht gleichförmiger Plantagenwald, der alleine der Holznutzung dient. Wer diesen für die Statistik aufwertet, hat nicht verstanden, dass er dem Waldschutz damit einen Bärendienst erweist.

Infos:

Laut FAO-Bericht hat sich die weltweite Waldfläche seit 2010 um netto 0,08 Prozent jährlich reduziert. In den 90er Jahren lag die Zahl noch bei 0,18 Prozent im Jahr. In den letzten 5 Jahren wurden 7,6 Mio. ha Wald jährlich gerodet und 4,3 Mio. ha wieder angepflanzt. Die größte Waldfläche ging in den Tropen insbesondere in Südamerika und Afrika verloren. Aber auch einzelne asiatische Länder wie Kambodscha verzeichnen seit der Jahrtausendwende eine hohe Waldverlustsrate.

Alle Ressourcen aufgebraucht – ab heute leben wir auf „Pump“

Heute haben wir alle natürlichen Ressourcen, die uns in diesem Jahr zur Verfügung stehen, aufgebraucht. Das heißt alle Ressourcen, die ab heute verbraucht werden, können nicht mehr regeneriert werden. Dieser vom Global Footprint Network errechnete Earth Overshoot Day kommt in jedem Jahr früher, dieses Jahr 6 Tage früher als im letzten Jahr. 1987 lag dieser Tag noch am 19. Dezember!

Die wachsende Weltbevölkerung verbraucht also jedes Jahr mehr Ressourcen. Das Problem aber allein auf die wachsende Bevölkerung in Entwicklungsländern zurückzuführen, ist falsch. Denn schließlich sind wir es, in den reichen Industrieländern, die am meisten dieser Ressourcen pro Kopf verbrauchen. Wir sind daher nicht nur hauptverantwortlich für den Verbrauch, wir animieren mit unserem Lebensstil auch noch viele andere, es uns gleich zu tun, sobald die ökonomischen Möglichkeiten dies zu lassen.

Zu denken, es klappt ja doch irgendwie, weil man den Earth Overshoot Day in Deutschland nicht unmittelbar deutlich zu spüren bekommt, ist falsch. Wir Deutschen verbrauchen jedes Jahr ungefähr doppelt so viele Ressourcen, wie uns zustehen. Es ist aktuell eine Frage von Gerechtigkeit gegenüber Menschen in anderen Teilen der Welt und bezogen auf die Zukunft eine Frage der Gerechtigkeit gegenüber folgenden Generationen auch in Deutschland, dies zu ändern. Wir dürfen trotz unseres Wissens nicht so lange warten bis auch hier katastrophale Zustände herrschen, sondern müssen unsere Potentiale im Bereich Effizienz und Nachhaltigkeit viel stärker ausschöpfen.

Einige Fakten:

·         Beim Verbrauch von Ackerland, um einen Menschen zu ernähren, liegt Deutschland auf Platz 15 von 182 Staaten, dies ist besonders auf unseren hohen Fleischkonsum und dem damit nötigen Anbau von Futtermitteln zurückzuführen.

·         Das Mittelmeer ist zu 88% überfischt, der Nordatlantik zu 39%.

·         In vielen Ländern wird (sauberes) Wasser immer knapper, so dass Wasser zu einem Hauptkonfliktthema und zukünftig immer häufiger zu einem Fluchtgrund wird.

·         Nur noch 30% der gesamten Landfläche der Erde sind bewaldet. Tendenz stark abnehmend.

·         2014 war das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung, weil der weltweite CO2-Ausstoß durch Verbrennung von Kohle, Gas und Öl in der Industrie, in den Haushalten und im Verkehr nach wie vor steigt.

Hier findet sich mein Infopapier „Bülow Konkret: Die Grenzen der Erde – Was spricht für mehr Ressourceneffizienz?“

Wiederanfahren von japanischen AKW ist ein historischer Fehler

Zum Wiederanfahren des Atomkraftwerks im japanischen Sendai und dem Weiterbetrieb von alten AKW in Europa erklärt der Dortmunder Bundestagsabgeordnete und zuständige Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion Marco Bülow: Fast zwei Jahre ist Japan ohne Strom aus seinen knapp 50 Atomreaktoren ausgekommen und hat somit gezeigt, dass das Land nicht von der Nutzung von Atomenergie abhängig ist. Mit dem Wiederanfahren des ersten AKW in Sendai hat man allerdings eine Chance verpasst: Man hätte der Welt zeigen können, dass man in Japan so konsequent und innovativ ist, dass man so eine Krise bewältigen kann indem man aus den Fehlern der Vergangenheit lernt und neue zukunftsträchtige Wege geht. Bei allem Verständnis für die energiepolitischen Herausforderungen in Japan muss man jetzt allerdings feststellen, dass das Wiederanfahren von Atomkraftwerken ein großer Schritt zurück ist. Ein Schritt, der auch noch von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wird.

Offensichtlich ist es so, dass schon wenige Jahre nach einem Super-GAU das Vergessen einsetzt und die Gefahren der Atomenergie, wie schon häufig in den letzten Jahrzehnten, nicht ernst genommen oder bewusst runter gespielt werden. Auch in Europa zeugen AKW-Neubaupläne oder Laufzeitverlängerungen von Uraltreaktoren von diesem traurigen Phänomen. In Belgien sollen aus Sicherheitsgründen runtergefahrene, alte AKW wieder ans Netz gehen, die tausende Risse im Reaktordruckbehälter haben. Frankreich hat die direkt an der deutschen Grenze liegenden, störanfälligen Uraltreaktoren in Cattenom und Fessenheim immer noch nicht abgeschaltet und baut schon seit längerem an einem neuen AKW, welches schon vor Fertigstellung eklatante Qualitätsprobleme beim Stahl des so wichtigen Reaktordruckbehälters hat. In England wiederum sollen die Stromkunden trotz all dieser bekannten Probleme in Zukunft zusätzlich Milliardensummen zahlen, um einen weiteren Gefahrenherd zu bekommen.

Logisch ist dieses Vorgehen nicht, sondern nur erklärbar mit dem immensen Einfluss, den die Atomlobby immer noch hat. Unsere Aufgabe ist es, uns diesem Einfluss zu widersetzen und zukunftsfähige, saubere und sichere Alternativen aufzuzeigen.

Persönliche Erklärung nach §31 GO BT Hinkley Point C

Die Entscheidung der britischen Regierung zum Bau eines neuen Atomkraftwerks am Standort Hinkley Point sowie die Entscheidung der EU-Kommission die Beihilfen für diesen Bau zu genehmigen, senden ein absolut falsches Signal aus. Aufgrund der immensen Gefahr, die von Atomkraftwerken ausgeht, aufgrund der nach wie vor ungelösten Entsorgungsfrage und aufgrund der immens hohen Kosten hat die Atomenergie keine Zukunft mehr.

Anstatt sich auf einen europaweiten Atomausstieg zuzubewegen wird bei einer tatsächlichen Realisierung des Projekts Hinkley Point C, welches für eine Laufzeit von 60 Jahren geplant wird, das Atomzeitalter in Europa um viele Jahre verlängert. Viele weitere Jahre, in denen die Menschen in Großbritannien und Europa der Gefahr eines AKW-Unfalls ausgesetzt sind. Viele weitere Jahre, in denen zusätzlicher, hochstrahlender Atommüll produziert wird.

Unflexible Großkraftwerke, wie die die Atomkraftwerke in Hinkley Point, passen auch nicht zur Systemumstellung auf eine Energieproduktion auf Basis Erneuerbarer Energien. Der Volatilität von z.B. Wind- und Sonnenenergie muss mit flexiblen Kraftwerken begegnet werden. Statt den Systemumbau durch die Förderung zukunftsträchtiger Technologien zu unterstützen, müssen die britischen Stromkunden und Steuerzahler mit Milliardensummen eine Technologie fördern, die es in sechs Jahrzehnten nicht geschafft hat, ohne Subventionen so profitabel zu sein, dass sie sich frei am Markt finanzieren lässt. Während die Vergütungssätze der Erneuerbaren Energien degressiv sind, diese also immer günstiger werden, garantiert der so genannten Contract for Difference den Betreibern von Hinkley Point C beispielsweise eine höhere Vergütung als hierzulande aktuell Strom aus Windkrafträdern. Dieser über 35 Jahre (!) garantierte Atomstrompreis ist aber nicht degressiv, sondern soll sich inflationsbedingt sogar noch erhöhen. Zudem gibt die britische Regierung dem Betreiberkonsortium eine Kreditgarantie über 22 Milliarden Euro und garantiert Ausfallzahlungen, sollten sich durch politische Entscheidungen Rahmenbedingungen für die Atomenergieproduktion verschlechtern. Angesichts des offensichtlich nötigen gigantischen Ausmaßes des Förderpakets für eine solch alte Technologie kann man klar feststellen, dass hier kein Versagen des britischen Strommarkts vorliegt, sondern ein Technologieversagen.

Im Gegensatz zur Förderung der Erneuerbaren Energien richtet sich die geplante Unterstützung auch nicht an eine Vielzahl konkurrierender Anbieter, sondern an einen einzigen Betreiber. Diese einseitige Atomenergieförderung wird aber aller Wahrscheinlichkeit nach Nachteile für Erneuerbare Energien-Anbieter nicht nur in Großbritannien, sondern auch in anderen EU-Ländern haben, vor allem wenn die Stromtrassen zwischen England und Resteuropa ausgebaut werden. Schließlich kann der in Hinkley Point C produzierte Strom durch die hohe Förderung besonders günstig angeboten werden und sogar bei negativen Marktpreisen Gewinne erzielen.

Zu bedenken ist weiterhin, dass andere EU-Länder, die den Bau von Atomkraftwerken planen oder in Erwägung ziehen, von der Entscheidung der EU-Kommission eher in ihrem Vorhaben bestärkt als abgeschreckt werden. Hinkley Point C kann so zum Präzedenzfall werden. Die beiden weiteren schon im Bau befindlichen AKW-Projekte in Finnland und Frankreich haben aufgrund der Vielzahl der Probleme (z.B. beim Reaktordruckbehälter im französischen Flamanville), der explodierenden Kosten und der sich immer weiter nach hinten verschiebenden Inbetriebnahme sicher keinen starken Anreizcharakter.

Aufgrund der aufgeführten Argumente und meines langjährigen Engagements gegen Atomenergie bin ich ein entschiedener Gegner des Reaktorneubaus Hinkley Point C. Aus meiner Sicht handelt es sich um eine fatale Entscheidung. Daher habe ich Verständnis für die Motivation, die hinter den Anträgen der Fraktionen DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN steht. Beide wollen damit versuchen, das Projekt doch noch zu verhindern. Ich kann daher nicht gegen diese Anträge bzw. für die Beschlussempfehlung des Ausschusses für Wirtschaft und Energie stimmen. Allerdings muss an dieser Stelle auch gesagt werden, dass die heutige Abstimmung im deutschen Bundestag nicht über die Realisierung oder Nichtrealisierung von Hinkley Point C entscheidet. Auch eine Entscheidung für eine Klage ändert nichts an dem Vorhaben.

Es ist auch nicht eindeutig klar, wie die Aussicht auf Erfolg bei einer Nichtigkeitsklage ist und welche Folgen eine solche Klage für das weitere Handeln der EU bezüglich der deutschen Erneuerbare Energien Förderung haben wird. Die Experten der Anhörung im Wirtschaftsausschuss kamen hier nicht zu einer eindeutigen Meinung. Die Kommission hat bei Beihilferechtsfragen schließlich einen großen Ermessensspielraum. Eine Klageniederlage würde die Präzedenzwirkung der Kommissionsentscheidung noch weiter festigen.

Viel wichtiger als den beihilferechtliche Klageweg gegen ein AKW-Projekt anzustrengen, ist es, sich auf politischer Ebene innerhalb der EU gezielt für einen europäischen Atomausstieg zu engagieren, d.h. EU-Partner zu überzeugen, dass Atomenergie keine Zukunft hat.

Planung und Umsetzung des B1-Tunnels muss jetzt vorangetrieben werden

Die Planung und der Bau des B1 Tunnels kommen nicht voran. Dazu erklärt der Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow: „Die Planung und der Bau des B1 Tunnels müssen endlich stärker voran getrieben werden.

Nachdem der Planfeststellungsbeschluss vor sechs Jahren aufgehoben wurde, ist die Planung des B1-Tunnels zum Erliegen gekommen. Obwohl der Bund im Frühjahr diesen Jahres entscheiden sollte, ob das Projekt mit vordringlichem Bedarf in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird, ist dies noch nicht passiert. Erst wenn der Bund entschieden hat, ob es eine Priorisierung des Projektes vor anderen geben wird, kann die konkrete technische Planung beginnen. Ich habe mich sowohl bei den Fachkollegen in meiner Fraktion als auch beim Verkehrsministerium dafür eingesetzt, dass diese Entscheidung zeitnah getroffen wird, damit die Planung beginnen kann.

Das Projekt ist nach wie vor wichtig und eine schnelle Umsetzung wäre von großer Bedeutung für die Lebensqualität der Menschen, besonders derer, die in unmittelbarer Nähe zur B1 wohnen. Der Tunnel hätte erhebliche Verbesserungen bei der Lärmemission für die Anwohner zur Folge. Darüber hinaus fordere ich den Einbau eines speziellen Luftfiltersystems, das die Abgase und den Feinstaub vor dem Austritt aus dem Tunnel herausfiltert. Das ist besonders deshalb wichtig, weil zukünftig eher mehr, als weniger Verkehr durch das Ruhrgebiet und damit auch über die B1 fahren wird.

Ich appelliere an alle Beteiligten, im Vorfeld mit den betroffenen Anwohnern über geplante Tunnelausfahrten zu sprechen, um eine gemeinsame Lösung zu finden und somit weitere Verzögerungen zu vermeiden.

Der Bau des B1 Tunnels ist ein starkes Anliegen der Anwohner. Ich setze mich daher in meiner Fraktion für eine schnelle Realisierung dieses Projekts ein und werde weiter an dem Thema dran bleiben."

Fracking muss verboten werden – Danke für Unterschriftenaktion

Ein Vertreter von Campact übergab dem Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordneten Marco Bülow über 500 Unterschriften gegen Fracking. Hierzu erklärt der Abgeordnete: „Fracking muss verboten werden.

Die erheblichen Risiken, sei es durch eine Kontaminierung des Grundwassers, Unfälle oder Erdstöße, stehen im keinem Verhältnis zu den Vorteilen. Es darf nicht sein, dass die Politik das Profitinteresse einiger weniger Unternehmen über das Interesse der Bevölkerung an sauberem Trinkwasser stellt. Insbesondere darf die Entscheidung über die Erlaubnis von kommerziellem Fracking nicht an Experten delegiert werden, sondern wir demokratisch legitimierten Abgeordneten müssen diese treffen. Die Einsetzung der umstrittenen Expertenkommission wäre ein weiterer Machtverlust für das Parlament.

Ich bedanke mich für die vielen Unterschriften und das Engagement von Campact und den vielen anderen Initiativen gegen Fracking. Das Thema Fracking zeigt, dass wir dringend diesen Druck "von unten" brauchen damit dem immensen Lobbyeinfluss von großen Unternehmen und Verbänden bei politische Entscheidungen etwas entgegen gesetzt wird. Es wird sich diese Woche zeigen, ob dieser Druck reicht, damit der Bundestag kommerzielles Fracking in unkonventionellen Schiefergaslagerstätten verbietet. Ich werde mich auf jeden Fall dafür einsetzen. 

Fracking bedroht die Trinkwasserversorgung beispielsweise in Dortmund und ist eine Gefahr für das Ökosystem der Ruhr." 

Tschernobyl: gigantische Folgekosten von Atomenergie

Anlässlich des 29. Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl erklärt der Dortmunder Bundestagsabgeordnete und zuständige Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion Marco Bülow: Tschernobyl zeigt, die Gefahren für Gesundheit und Umwelt sowie die gigantischen und unkalkulierbaren Kosten der Atomenergie lassen nur einen logischen Schluss zu: Die Nutzung von Atomenergie hat keine Zukunft und muss weltweit beendet werden.

Mit viel Verzögerung und deutlichen Kostensteigerungen verbunden soll vermutlich Ende 2017 der neue Sarkophag zum sicheren Einschluss des zerstörten Blocks 4 in Tschernobyl (New Safe Confinement) fertig sein. Erst über 30 Jahre nach dem Super-GAU wird dann hoffentlich die direkte Gefahr, die von dem Reaktorblock ausgeht, deutlich reduziert.

Allerdings ist das Problem damit noch lange nicht gelöst. Der alte marode Sarkophag muss zurückgebaut und dann der radioaktive Müll beseitigt werden. Während der Bau des neuen Sarkophags mit internationalen Geldern finanziert wird, soll sich die Ukraine alleine um den Rückbau und die Entsorgung kümmern. Auch diese Arbeiten sind höchst kompliziert und immens teuer. Die internationale Gemeinschaft sollte der Ukraine auch hierbei helfen.

Allein die derzeit laufenden Arbeiten zur Sicherung der Ruine werden mehr als zwei Milliarden Euro kosten und damit mindestens das Dreifache der ursprünglichen Kostenschätzung. Der Unfall hat nicht nur schlimme Konsequenzen für Mensch und Umwelt, seine Folgekosten sind auch gigantisch. Das gleiche gilt für Fukushima, wo täglich noch immer radioaktive Strahlung frei wird. Schätzungen zufolge belaufen sich allein die bis heute entstandenen Kosten auf umgerechnet rund 84 Milliarden Euro.

Schon 1992 errechnete das Schweizer Prognos-Institut, dass ein Super-GAU im dicht besiedelten Europa zu Folgekosten von mehreren Billiarden Euro führen könnte. Trotzdem werden immer noch neue Reaktoren gebaut. Allein der Bau verschlingt viele Milliarden. So wird das im französischen Flamanville entstehende neue AKW mindestens 8,5 Milliarden Euro kosten. Obwohl hier angeblich die neueste Technik für deutlich mehr Sicherheit sorgen soll, wurden schon vor Fertigstellung Probleme beim Druckbehälter festgestellt. Deckel und Bodenplatte weisen offenbar Unregelmäßigkeiten in der Zusammensetzung des Stahls auf, die zu Rissbildungen führen könnten.

Das beweist, dass man Sicherheit nicht garantieren kann. Deswegen und aufgrund der unabsehbaren Folgekosten gibt es nur eine richtige Schlussfolgerung: Wir brauchen einen weltweiten Atomausstieg.

4 Jahre Fukushima – kein Ende der Katastrophe in Sicht!

Zum vierten Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima erklärt zuständige Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion Marco Bülow: Die Katastrophe von Fukushima passierte nicht einmalig am 11. März 2011. Sie passiert noch immer, jeden Tag. Noch immer gibt der Atomstandort Radioaktivität ab: es fließen 300 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer – pro Tag. Als singuläres Ereignis an einem einzigen Tag wäre das weltweit eine betroffen machende Schlagzeile in den Nachrichten. In Fukushima passiert das aber seit vier Jahren jeden Tag.

Vier Jahre nach dem Ereignis werden auch die verheerenden Folgen für die Gesundheit der Menschen immer sichtbarer. Bei 117 der untersuchten Kindern von Fukushima wurde mittlerweile Schilddrüsenkrebs festgestellt. 88 Kinder mussten bereits operiert werden. Statisch normal wäre bei der Zahl der untersuchten Kinder ein Krebsfall gewesen. Das wahre Ausmaß der gesundheitlichen Folgen wird man aber erst in vielen Jahren sehen können, da die Latenzzeit zwischen der Bestrahlung und dem vermehrten Auftreten von Krebserkrankungen je nach Krebsart unterschiedlich lang ist und z.T. über zehn Jahre betragen kann.

Der Jahrestag von Fukushima ist ein Tag der Mahnung, an dem man sich bewusst machen sollte, welche katastrophalen Folgen die Atomenergie für Menschen haben kann. Wer möchte gerne auf Dauer aus seiner Heimat zwangsevakuiert werden? Wer möchte gerne seine Kinder auf Spielplätze schicken, auf denen die Höhe der radioaktiven Belastung jeden Tag neu auf Infotafeln notiert wird? Wer möchte in der ständigen Angst leben aufgrund der erhöhten Strahlenbelastung eines Tages an Krebs zu erkranken? Dieser belastende Zustand ist aber für hunderttausende von Japanern Alltag.

Es ist daher wichtig, dass es Menschen gibt, die entgegen dem Prozess der Gewöhnung nicht wegsehen, sondern den Finger in die Wunde legen. Die sich vor Ort engagieren und immer wieder auf die Gefahren der Atomenergie hinweisen. Die SPD-Bundestagsfraktion ist diesen Menschen sehr dankbar und wird sich auch weiterhin für ein weltweites Ende der Atomenergie engagieren.