Keine Förderung der Atomenergie in Europa!

Die EU-Kommission plant Medienberichten zufolge in einem Strategiepapier die Weiterentwicklung der Atomenergie.

Dazu erklärt Marco Bülow:

„Wir fordern die EU-Kommission auf, ihre Pläne zur weiteren Entwicklung der Atomenergie aufzugeben. Auch neue Reaktoren zur Kernspaltung produzieren hochgefährlichen Atommüll, der für mehr als eine Million Jahre sicher gelagert werden muss. Kein Land Europas verfügt über ein schon in Betrieb genommenes Endlager für hochradioaktiven Müll. Zudem kann auch die Sicherheit in diesen neuen Atomkraftwerken nicht hundertprozentig garantiert werden. Es ist äußerst alarmierend, dass schon während des Baus der beiden neuen Reaktoren in Frankreich und Finnland solch gravierende Qualitätsmängel u.a. beim Beton und beim Stahl festgestellt werden, dass sich die Fertigstellung um Jahre verzögert.

Niemand in Europa braucht diese Reaktoren, wenn die Energieversorgung konsequent auf Erneuerbare Energien umgestellt wird. Denn auch neue Reaktoren sind nicht so flexibel zu steuern, um auf die Volatilität der Erneuerbaren schnell zu reagieren. Hinzu kommt, dass die oft angeführte CO2-Neutralität von Atomenergie nicht der Realität entspricht. Bezieht man alle Faktoren, wie beispielsweise den langjährigen Bau von Atomkraftwerken, den Abbau und Veredelungsprozess von Uran oder die jahrtausendlange Endlagerung, mit ein, dann ist die Atomenergie weniger klimafreundlich als Erneuerbare Energien.

Die immensen Kosten und die langjährige Bauzeit von neuen Reaktoren binden außerdem Kapital, das dann an anderer Stelle, z. B. für Investitionen in Erneuerbare Energien für einen langen Zeitraum fehlt. Die Entwicklung und den Bau von Atomkraftwerken auch noch zu fördern, macht ökonomisch überhaupt keinen Sinn. Wenn sich diese (auch noch gefährliche) Technologie viele Jahrzehnte nach Markteinführung nicht mehr marktwirtschaftlich realisieren lässt, dann sollten selbst Atomkraftbefürworter ihr Ende akzeptieren.“