Keine Steuergelder für Klimakiller

Im Mai 2019 wurden 32% mehr SUVs und 22,8% mehr Geländewagen neu zugelassen als noch im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Hierzu erklärt der Dortmunder Bundestagsabgeordnete Marco Bülow:

Die Zahl der großen, schweren, stark motorisierten und damit klimaschädlichen PKW bei den Neuzulassungen steigt weiter an. Mehr als jedes fünfte neu zugelassene Auto ist mittlerweile ein SUV oder ein Geländewagen. Wenn wir das Thema Klimaschutz endlich ernst nehmen wollen, dann müssen wir auch besonders im Verkehrsbereich eine drastische Wende vollziehen.

Eine längst überfällige Maßnahme: Das Dienstwagenprivileg muss sofort den Klimaherausforderungen angepasst werden – egal, was die Autolobby sagt. Mit etwa 3 Milliarden Euro jährlich subventionieren wir Dienstwagen, die auch privat genutzt werden können, in Form von steuerlichen Vergünstigungen. Dabei spielt keine Rolle, welche ökologischen Schaden das Auto anrichtet. Das ist ein Freifahrtschein für umweltschädliche Kaufentscheidungen!

Deshalb fordere ich eine klare Reform der Dienstwagenbesteuerung. Das Privileg darf nur noch gewährt werden, wenn der PKW eine Grenze von 95 CO2g/km nicht überschreitet. Zum Vergleich: Im Schnitt stoßen heutige SUVs auf einem Kilometer 132,5 g CO2 aus, Geländewagen sogar 162,8 g.

Gerade bei Dienstwagen zeigt sich, dass grün angestrichener Kapitalismus nicht funktioniert. Im Vergleich zu privat angeschafften PKW ist der durchschnittliche CO2-Ausstoß von Firmenwagen deutlich höher, weil besonders teure, schwere, PS-starke und damit umweltschädliche Modelle ausgewählt werden. Da gewerbliche Fahrzeuge zwei Drittel der Neuzulassungen von PKW in Deutschland ausmachen und Firmenwagen öfter ersetzt werden als private PKW, muss man hier den Hebel im Sinne des Klimaschutzes ansetzen: Klare und verbindliche Grenzwerte statt Freiwilligkeit. Denn die Autolobby wird das Klima nicht schützen, sondern so lange wie möglich Autos mit Verbrennungsmotoren verkaufen – je größer und teurer, umso größer der Profit.