Lobbyismus in Reinkultur – Bundesinstitut für Risikobewertung schreibt von Monsanto ab

_© Willi Weber

Aktuell steht das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stark in der Kritik, bei seinem Glyphosat-Bewertungsbericht große Teile vom Hersteller Monsanto abgeschrieben zu haben. Das im Auftrag von GLOBAL 2000 erstellte Plagiatsgutachten kommt zu dem Urteil, dass über zahlreiche Seiten hinweg Textpassagen wörtlich vom Chemiekonzern übernommen wurden. Hierzu erklärt der Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow:

Sollten sich die Vorwürfe um das BfR und Monsanto bewahrheiten, wäre dies völlig inakzeptabler Lobbyismus und müsste Konsequenzen haben.

Daher habe ich die Bundesregierung mit schriftlichen Fragen konfrontiert und aufgefordert zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen. Das BfR selber argumentiert, dass dieses Vorgehen „üblich“ und es gesetzlich nicht vorsehen sei, „dass Bewertungsbehörden eigene Experimente durchführen“. Ich finde dieses Selbstverständnis mehr als fragwürdig und fordere vehement, diese Praxis zu beenden.

Wenn schon keine eigenen Erhebungen durchgeführt werden, so müssen die verwendeten Studien zwingend eigenständig kritisch hinterfragt werden. Liegen Interessenkonflikte vor, können diese Studien nicht verwendet werden. Passiert dies nicht, haben wir ein Riesen-Problem, das unbedingt auch öffentlich thematisiert werden muss.