Ob mit oder ohne Chemikalien – wir brauchen kein Fracking

„In Deutschland legt das Unternehmen ExxonMobil freiwillig und lobenswerterweise die Zusammensetzung eingesetzter Frack-Flüssigkeiten offen. Erkennbar ist, dass in der Vergangenheit rund 150 Additive eingesetzt wurden, darunter auch giftige, erbgutschädigende oder umweltschädliche. Und zwar in erheblichen Mengen: Beispielsweise wurden 1998 allein in der Bohrung Damme 3 bei drei Fracks fast 20.000 Kilogramm Additive in den Untergrund gepresst.

ExxonMobil gibt auf seinen Internetseiten das Ziel aus, künftig ohne gesundheits- oder umweltgefährdende Stoffe auszukommen. Falls das gelingt, wäre das ein Erfolg der Forschung. Und zwar einer, der dem Fracking zu mehr Akzeptanz verhelfen könnte.“

(Quelle: Focus 16.09.2014: http://www.focus.de/wissen/experten/frank_frick/fortschritt-durch-forschung-kann-fracking-ohne-gefaehrliche-stoffe-in-zukunft-gelingen_id_4129851.html )

Fracking ist und bleibt Quatsch. Selbst wenn man beim Fracking ganz auf gefährliche Chemikalien verzichten würde, gebe es keinen Grund, die Förderung von Erdgas aus unkonventionellen Schiefergaslagerstätten zuzulassen. Durch Fracking können Erdstöße ausgelöst werden, der Flächenverbrauch erhöht sich, die benötigten Wassermengen sind enorm, gegebenenfalls wird klimaschädliches Methan freigesetzt und vor allem vom immer anfallenden Lagerstättenwasser gehen Gefahren aus, wenn es nicht zu 100% sicher entsorgt wird. Oft weist es hohe Werte an Quecksilber auf, ist radioaktiv und extrem salzhaltig. Es gibt überhaupt keinen Grund irgendein Risiko einzugehen. Das Schiefergaspotential in Deutschland ist gering. Unabhängig von Gasexporten werden wir dadurch nicht. Zudem ist Gas so oder so ein klimaschädlicher Brennstoff und hat von daher keine langfristige Zukunft. Wir brauchen daher kein Fracking.

1 Antwort
  1. Jens Gottron
    Jens Gottron sagte:

    Hallo Herr Buelow,

    ich habe mir vor ein paar Wochen einen Fachvortrag zum Thema Fracking angehört. Wie es funktioniert, warum es jetzt plötzlich interessant wird, denn die Technik ist alt, und die Einschätzung des vortragenden Professors zu den Risiken, die ich als Ingenieur durchaus nachvollziehen konnte.

    Das Thema Fracking wird in der Öffentlichkeit nahezu ausschließlich auf dem Fokus „Risiken und Sicherheit“ diskutiert. Ich habe den Eindruck, dass die Diskussion so geführt wird, weil man hofft, die Öffentlichkeit so leichter überzeugen zu können. Angst wirkt eben. Wenn ein Thema aber mit einem solchen Stellvertreterargument geführt wird, und ein Professor schlüssig erklären kann, wieso dieses Argument nicht zutrifft, dann wird es schwierig auf die eigentlich richtige Argumentation zurückzugreifen. Dann wird man unglaubwürdig. Man geht sozusagen „all-in“…

    Man setzt mit Fracking auf einen klimaschädlichen, kohlenstoffbasierenden Energieträger. Der Wasserverbrauch, der Flächenverbrauch immens. Die Erforschung von Böden und der Technologie sind in Anbetracht des Aufwands und der Nutzungsdauer der Technologie verschwendetes Geld und verschwendete Zeit. Selbiges könnte man auch in erneuerbare Energien stecken.

    Bitte führen Sie die Diskussion in die richtige Bahn. Fracking ist ausschließlich für die Energiekonzerne lukrativ. Es sichert die zentrale Erzeugung von Energie und damit die Monopolstellung der großen Energieerzeuger. Das Potential ist gering. Die Vorstellung, die in vielen Teilen der Bevölkerung herrscht, eine Unabhängigkeit von russischem Gas zu erreichen, ist utopisch. Weiterhin nur über die Risiken zu sprechen, halte ich für höchst gefährlich!

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