re:claim the House – Marco Bülow bringt Klimabewegung ins Parlament

Am 16. Oktober 2019 kam auf Initiative des Abgeordneten Marco Bülow erstmals die gesamte Bandbreite der Klimabewegung* im Parlament zu Wort. Mit über 80 Teilnehmenden war das Interesse am Austausch riesig – die Gruppen und Verbände äußerten scharfe Kritik am Entwurf des Klimaschutzgesetzes. Alle Abgeordenten des Bundestages waren eingeladen, acht Abgeordnete aus den Fraktionen der CDU, SPD, FDP, Linke und Grüne stellten sich den Fragen und Forderungen.

Prof. Dr. Volker Quaschning und Dr. Gregor Hagedorn als Mit-Initiatoren von Scientist-for-Future leiteten in die Veranstaltung ein. In seinem Input erklärte Prof. Quaschning:

„Die For-Future-Bewegung trifft Abgeordnete: Wir fragen, warum die aktuelle Politik nicht willens ist, das Pariser Klimaschutzabkommen einzuhalten und damit die Lebensgrundlagen der jungen Generation zu schützen.“

Pauline Daemgen von Fridays-for-Future Berlinfragt:

„Warum müssen wir Schüler*innen jetzt Politik machen? 1,4 Millionen Menschen sind am 20. September in Deutschland auf die Straßen gegangen. Wir haben das Gefühl, dass Sie uns immer noch nicht ernst nehmen und dieses vollkommen unzureichende und unsoziale Klimapaket immer noch verteidigen.“

Am Ende der Veranstaltung kündigt Marco Bülow an, dass es eine Fortsetzung geben soll. Außerdem stellt er die Idee, dass es eine Zusammenarbeit der Abgeordneten über die Parteigrenzen hinweg geben soll. Eine Gruppe, die sich mit der Fridays-for-Future-Bewegung solidarisiert und sie aktiv im Parlament unterstützt. Dazu Marco Bülow:

„Wir Profipolitiker*innen haben eine besondere Verantwortung für die Zukunft – dieser sind wir in den letzten Jahren nicht nachgekommen. Wir haben keine Zeit mehr für taktisches Verhalten und müssen endlich über Parteigrenzen hinweg handeln und uns für konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz einsetzen, die weit über die jetzigen Ziele hinausgehen. Diese Veranstaltung muss deshalb ein Auftakt dafür sein, die Zivilgesellschaft und die Bewegung an den Entscheidungen im Parlament zu beteiligen – ich rufe deshalb andere Abgeordnete auf, sich der Initiative anzuschließen.“

* Vertreter*innen der Klimabewegung

  1. FridaysForFuture
  2. Scientists for Future
  3. Parents for Future
  4. Extinction Rebellion
  5. Klimanotstand
  6. Ende Gelände
  7. Teachers For Future:
  8. We4future Camp

Vertreter*innen von NGOs/Umweltverbänden/Umwelt-Instituten etc.:

  1. Deutsche Umwelthilfe
  2. Germanwatch
  3. Klima-Allianz Deutschland
  4. NABU
  5. Bundesvereinigung Nachhaltigkeit e.V.
  6. NaturFreunde
  7. Öko-Institut
  8. Urgewald
  9. Gemeinwohl-Ökonomie Berlin-Brandenburg e.V.