TV-Duell: Beeindruckend Einseitig

Anlässlich des am Sonntag ausgestrahlten TV-Duells zwischen Angela Merkel und Martin Schulz erklärt der SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow:

Verlierer des TV-Duells ist keiner der Kontrahenten, sondern das Format und der  TV-Journalismus. Es ist mehr als einseitig, dass es in 2/3 der Fragen nur um die Themen Migration, Islam, innere Sicherheit und Terror ging (siehe Grafik auf der nächsten Seite). Dies liefert ein verzerrtes Bild. Dabei zeigen Statistiken und Umfragen, dass Themen wie Klimaschutz für die meisten Menschen am wichtigsten sind. Sie kamen jedoch überhaupt nicht zur Sprache.

Leider bestätigt das TV-Duell meine Untersuchung von Talkshows in den öffentlich-rechtlichen Medien (https://www.marco-buelow.de/talkshows-einseitig-und-verzerrend/), bei der ich schon vor einiger Zeit feststellte, dass die Themensetzung sehr einseitig ist.

Es kann nicht sein, dass einige wichtige Themen in solchen Sendungen gar nicht vorkommen. Öffentlich-rechtliche Sender haben eine Verantwortung, ausgewogen zu berichten, der sie hier absolut nicht nachkommen.

Der Vorwurf, dass die AfD die Gewinnerin des Duells ist und dass, wer am lautesten und undifferenzierten die Medien kritisiert, anscheinend die Debatte vorgibt, ist nicht von der Hand zu weisen

Insgesamt ist das TV-Duell ein schwieriges Format. Schon im Vorfeld nahm das Kanzleramt Einfluss auf den Ablauf, was höchst-problematisch ist. Am Ende kürt jede Partei ritualisiert ihre Kandidaten zu Siegern, der Erkenntnisgewinn ist mehr als gering.

Ich denke man sollte das Duell abschaffen und neue Formate entwickeln. Man könnte z.B. moderierte Publikumsbefragungen oder Townhall-Formate ausprobieren, andere Moderator/innen oder Expert/innen die Fragen stellen lassen. Daneben ist eine breite Debatte über die einseitige Themensetzung eines Teils der Medien nötig.